Sorge um Amtskollege in Japan

Plauen - "Natürlich verfolge auch ich mit großer Sorge und Aufmerksamkeit die schrecklichen Nachrichten aus Japan", schreibt der als Plauener Weihnachtsmann bekannte Gerd Köhler, Inhaber eines Reisebüros in der Dobenaustraße in Plauen.

 

"Erdbeben, Tsunami und drohende Reaktorkatastrophe machen auch mich als sonst stets gut gelaunten Menschen sehr traurig und nachdenklich", fasst er seine momentanen Gefühle zusammen.

Und besonders oft schweifen in diesem Zusammenhang seine Gedanken zu einem ganz speziellen Menschen, den Köhler während seiner alljährlichen Teilnahme des Weihnachtsmänner-Kongresses in Kopenhagen kennenlernte - den japanischen Amtskollegen Buchi Yutaka. Daraus, so Köhler, habe sich eine regelrechte Freundschaft entwickelt - jährlich werden Kartengrüße zwischen den 9000 Kilometer voneinander entfernten Orten ausgetauscht. Erst vor vier Monaten kam ein Paket mit Weihnachtsschmuck und Luftschlangen mit Knalleffekten bei Köhler an.

 

Der bezeichnet das Leid der fast 430 000 Obdachlosen als geradezu unvorstellbar. Menschen, die eine vorübergehende Bleibe in über 2400 Notunterkünften gefunden haben, nie wissend, ob und was sie von ihrer angestammten Heimat je wiedersehen werden, abgesehen vom Schmerz um die vielen Toten und Vermissten, oft in der eigenen Familie. Vor diesem Hintergrund griff Köhler Anfang der Woche zum Telefon, um mit seinem Amtskollegen Kontakt aufzunehmen. Der wohnt in der 36-Millionen-Einwohner-Metropole Tokio und ist Chef einer Werbefirma. In dieser Funktion kommt er alljährlich mit einem ganzen Stab von Kameraleuten und Medienprofis nach Kopenhagen.

 

"Mein Freund freute sich riesig über den mitfühlenden Anruf aus dem Vogtland, zeigte sich aber erstaunlich gelassen, was den Grund meiner Sorge betraf", erinnert sich Köhler an den Anruf ins ferne Tokio. Auch Yutaka war erschüttert über die schrecklichen Bilder, die von Fukoshima um die Welt gehen. Bedenklich habe auch ihn gestimmt, dass die Regierung ihre Informationen fast stündlich korrigieren müsse. Aber sein Vertrauen in die Arbeit der Spezialisten vor Ort sei unerschütterlich. Sofort habe seine Firma auch einen größeren Geldbetrag für den Wiederaufbau zur Verfügung gestellt. "Irgendwie weitermachen" - dieses Motto treibe jetzt wohl alle Japaner an und das habe er auch während des Telefonats spüren können, sagt Köhler. va