Sorgaer Bürgerinitiative erstreitet Teilerfolg

Experten vom Landesamt für Straßenbau aus Dresden stellten bei der jüngsten Sitzung der Bürgerinitiative (BI) Sorga die bevorstehenden Baumaßnahmen an der A 72 zur Lärmminderung vor.

Plauen - Die 30 Besucher des Siedlerheims Sorga, die meisten Mitglieder der BI Lärm, sowie der vogtländische CDU-Bundestagsabgeordnete Robert Hochbaum und der Landtagsabgeordnete Frank Heidan hörten vergangene Woche aufmerksam und meist mit wohlwollenden Mienen den Ausführungen der Fachleute aus Dresden zu. Denn es wurde ein Erfolg vermeldet. Nach langen Jahren des Einsatzes, des Briefeschreibens, des Protestierens und Demonstrierens, ja sogar einer Autobahnblockade der betroffenen Anwohner sowie der Bürger angrenzender Gemeinden, erhält ein besonders "lauter" Abschnitt der A 72 im Bereich Sorga nun einen Lärm mindernden Belag. "Endlich", wie nicht nur Heidan kommentierte.

Holger Vohlmann, Abteilungsleiter im Sächsischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr, und Karsten Mühlmann, Referatsleiter Brückenbau in derselben Behörde, beschrieben die bevorstehenden Arbeiten an der Autobahnbrücke nahe Sorga, die technischen Lösungen und die zu erwartenden Lärm lindernden Effekte. Mühlmann referierte detailgenau und kompetent über das Aufbringen eines neuwertigen geräuscharmen Asphalts, über das Auswechseln der Kanten an den jeweiligen Auffahrten über die Brücke und die dadurch möglichen Senkungen von Dezibelwerten beim Überfahren. "Das Projekt ist für uns auch ein Experiment, bei dem sogar die Technische Universität Dresden mitwirkt. Wir sind gespannt, wie die neuen Materialien bestehen, sowohl der Guss-Asphalt als auch die Brückenkanten", so der Dresdner.

Vohlmann informierte über den Bauablauf und die terminlichen Vorgaben. Ab 8. April werde nach und nach der bisherige Asphalt abgehobelt, und der neue in Probefeldern aufgetragen. Die gesamte Maßnahme soll bis Ende Oktober fertiggestellt sein.

Der andauernde Autobahnlärm betrifft derzeit 92 Häuser mehr oder weniger je nach Standort und Entfernung, führte Vohlmann weiter aus, wobei der Lärm eben auch subjektiv empfunden werde und in nicht allen Bereichen über den gemessenen Grenzwerten liege. Das bedeute, dass es auch kein Auftragen von neuartigem Asphalt auf der gesamten Länge zwischen den betroffenen Siedlungen geben werde, stellte der Fachmann klar.

Was des einen BI-Mitglied Freud war, war des anderen dann auch Enttäuschung, so auch die von Karl Conrad, der für sein Haus keine Lärmminderung mit der angestrengten Baumaßnahme sieht. Sein Standpunkt: "Wir sind zum einen froh, dass etwas geschieht, aber wir sind nicht am Ende angelangt. Wir kämpfen weiter." BI-Leiterin Ursula Hiebl dankte den Experten, fügte aber in gewohnt kämpferischer Manier hinzu: "Wir sehen uns im Herbst wieder." va