Sommerpause fürs "kleine" Heizwerk Plauen

Plauen - Das Heizwerk am Seehaus ist bereit für seinen Sommerschlaf. In Betrieb ist das kleine Werk im Plauener Westend nur in der Zeit zwischen November und März. Es deckt die so genannten Heizspitzen im Winter ab. Das sind Phasen, an denen der Verbrauch durch frostige Temperaturen besonders hoch in der Stadt ist und davon hatten wir in diesem Winter reichlich.

 Die Anlage besteht aus drei großen Kesseln. Erst vor drei Jahren wurde in neue Brenner investiert, sagt Ulrich Schröter, Geschäftsführer der Wärmeversorgung Plauen (WVP), dem Vogtland-Anzeiger. Die Vorlauftemperatur schwankt je nach Außentemperatur zwischen 90 und 120 Grad. Die Erzeugerleistung des Werkes liegt bei 30 Megawatt Stunden. Verbunden ist die Anlage auch mit der Zentrale an der Hammerstraße. Hier befindet sich das Hauptheizwerk für die Stadt Plauen. Vor dort aus kann der "kleine Bruder" auch digital überwacht und gesteuert werden. Bei möglichen Havarien oder einem Notfall, könnte das Heizwerk im Westend das rund 50 Kilometer lange Fernwärmenetz der Stadt auch selbst abdecken.

 In den Sommermonaten wird das Werk "konserviert", sagt Henry Jürgensen. Der Werksleiter überwacht regelmäßig die Anlagen und gehört auch bereits zum Inventar, wie er mit einem Lächeln sagt. Seit 1988 ist er bei der Wärmeversorgung Plauen angestellt und hat auch bereits im alten Heizwerk gearbeitet. Damals wurden die Kessel noch mit Briketts und Steinkohle befeuert. Umweltfreundlich war das nicht. Im Jahr 1993 entstand dann das heutige Heizwerk in einer damaligen Werkshalle. "Da konnten die Anwohner erstmals aufatmen", so Jürgensen. Heute arbeite das Werk äußerst umweltfreundlich.

 Da das Heizwerk auch eine gewisse Gefährdung darstellt, wird es regelmäßig unter anderem auch vom TÜV kontrolliert. In diesen Tagen stand wieder die jährliche Prüfung der Anlage an. Alle Sicherheitseinrichtungen an den Kesseln wurden auf ihre Funktionalität getestet. Das heißt, die einzelnen Messgeräte wurden angefahren und es wurde simuliert, dass Druck da ist. "Die Prüfung war sehr positiv", sagt Lutz Walther vom TÜV SÜD. Pro Kessel benötigt der Sachverständige etwa einen Tag. "Wir haben so gut wie keine Mängel festgestellt." Eine gute Nachricht für Geschäftsführer Ulrich Schröter. "Das ist für uns die Bestätigung, dass wir alles richtig gemacht haben." Zwischenfälle habe es in den letzten Jahrzehnten nicht gegeben. "Wir machen auf dem Sicherheitsbereich mehr als wir machen müssten", sagt Schröter.

 Die jährliche Untersuchung der gesamten Sicherheitsvorrichtungen wird immer im Frühjahr vorgenommen. Sind alle Anlagen in einem ordnungsgemäßen Zustand, heißt das auch, dass das Werk für den nächsten Winter wieder bereit ist, so Leiter Henry Jürgensen.  Die Wärmeversorgung Plauen hat im Stadtgebiet derzeit 620 Abnahmestellen und mehr als 250 Kunden. An das Fernwärmenetz sind mehr als 13 000 Wohnungen angeschlossen, ein Großteil im Mammengebiet und im Chrieschwitzer Hang. Zu den Kunden gehören nach eigenen Aussagen auch zahlreiche kommunale Einrichtungen, wie Rathaus, Landratsamt, Polizei, Stahlbau und das Helios Vogtland-Klinikum. mar