Sommerakademie in Plauen gestartet

Jährlich zu Beginn der Semesterferien, bereits zum 16. Mal, findet die Sommerakademie statt. Im Weisbachschen Haus wird gemeinsam kreativ gearbeitet. Die ehemaligen Werkstatt- und Arbeitssäle in der alten barocken Manufaktur und dem Garten bieten dafür ein schönes Ambiente.

Studenten höherer Semester und Absolventen der Bereiche Kunst, Architektur, Design, Fotografie und Medien können sich während dieser Zeit grenzüberschreitendes Wissen und Können aneignen. Unter der Leitung jeweils eines namhaften Künstlers, Architekten oder Designers wird zwischen 10 und 14 Tagen interdisziplinär gearbeitet.

In diesem Jahr nimmt die Nürnbergerin Sabine Richter alles in ihre begabten Hände. ,,Mit Licht zeichnen - Fotografie mit und ohne Kamera" ist das zentrale Thema für die nächsten Tage. Am Samstag fand die Eröffnung mit einer Vernissage der Ausstellung, der in Coburg geborenen Künstlerin statt. Am Anfang steht die aufmerksame Beobachtung der Umgebung. Welche Formen und Strukturen entstehen durch die Wechselwirkung von Raum und Licht. Sichtweisen, Strategien und Konzepte werden erarbeitet und weiter entwickelt. Durch den Einsatz aller möglichen fotografischen Techniken kann so ein individueller Ansatz entwickelt werden. Ende der Woche werden die Arbeitsergebnisse präsentiert.

Am Samstagvormittag fanden sich viele Kunstinteressierte im Innenhof des Hauses ein. Prof. Dr. Marc Ries aus Paris sprach von der "Entdeutung eines Kunstwerkes". Ein Versuch von Andeutung und Freisetzung, so würden sich Bilder selbst unbegreifbar machen. Sabine Richter selbst hat ganz eigene Vorstellungen der Präsentation ihrer Werke. ,,Sie sollen keinen Rahmen haben. Wie etwas Selbstständiges soll ihre Wirkung sein. Ein Objekt, losgelöst von der Wand.", sagt sie. In aufwendigen Verfahren ließ sie ihre Arbeiten für die Ausstellung vorbereiten. Aufgezogen zwischen Acrylglas werden Blicke angezogen. Aufmerksame Betrachter finden direkt an der Treppe ein Foto mit dem Titel ,,Plauen".Entstanden vor etwa zwei Monaten an genau der Stelle, an der es nun ausgestellt ist. Gedruckt auf Büttenpapier, mit einer fast samtigen Optik, ist es eine ganz neue Möglichkeit, die Richter für sich entdeckt hat.  sr