Socken für 5000 Babyfüßchen

"Warme Füße sind ein guter Start ins Leben", sagt Hanna Gotter aus Rodewisch. Sie ist die Hauptperson des Adventsrätsels Nr. 13, bei dem wieder eine Figur der Drechslerei Kuhnert zu gewinnen ist.

Von Sybille Güntzel-Lingner

Hanna Gotter ist eine von etwa 30 Frauen des Plauener Vereins Kaleb, die dafür sorgt, dass die Neugeborenen in den Vogtlandkliniken warme Füßchen haben. Sie strickt für die Kleinen Babyschuhchen und hat jetzt das 5000. Paar beendet. Ein Rekord, den bislang niemand gebrochen hat.
"Ich stricke gerne für einen guten Zweck", so die 80-jährige Frau. 2008 hat sie auf Anraten der inzwischen verstorbenen Brigitte Rößler aus Wernesgrün, die auch Babyschuhchen gestrickt hat, begonnen. Zuvor hat sie ihre Enkelsöhne eingestrickt und war für diese Tätigkeit schon geübt.
Die letzte Ladung der 5000 Paare liegt noch bei ihr auf dem Wohnzimmertisch. Demnächst werden sie an die Entbindungsstationen der vogtländischen Krankenhäuser verteilt. Ein zuckersüßer Anblick von weißen Schuhchen mit rotem Rand, hellblauen, grünen und rosafarbenen Füßchenwärmern.
Die Wolle kauft Hanna Gotter meistens selbst. Denen, die ihr welche schenken, möchte sie herzlich danken, sagt die ehemalige Krankenschwester. Für sie war der Beruf zugleich Berufung. "Ich hatte schon als Kind diesen Wunsch und ich konnte ihn mir erfüllen. Vermutlich war ich die kleinste Krankenschwester der Region", erzählt sie. Viele Jahre war sie am Sächsischen Krankenhaus für Physiatrie und Neurologie in Rodewisch tätig und wohnt auch bis heute in der ehemaligen Krankenhaussiedlung an der Oberen Bahnhofstraße.
Ihr Mann verstarb vor drei Jahren. Seitdem lebt sie allein. Aber einsam fühlt sie sich nicht. Sie hält Kontakt zu ihren ehemaligen Kollegen und beim Gang in die Stadt durchquert sie das Krankenhausgelände und fühlt sich, wie zu Hause. Und dann gibt es ihre Strickerei, die sie ausfüllt.
Sie schwingt die Nadeln abends beim Fernsehen, am liebsten bei Sportsendungen. Das Stricken beherrsch sie so gut, dass sie nicht mehr hinschauen muss. Die Feinheiten, wie Bündchen und Bändchen erledigt sie bei Tageslicht. Ihre Augen und Arme seien noch gut intakt, freut sich die aufgeschlossene Frau, die nicht ans Aufhören denkt. Außerdem hat sie zwei Töchter und Schwiegersöhne und drei Enkelsöhne. Eine Familie lebt in Plauen, die andere in Bautzen. Ihre Besuche zu den Weihnachtsfeiertagen hat sie schon gebongt. "Wir halten uns dabei an die Corona-Regeln und wollen nicht, dass sich jemand ansteckt", so die fürsorgliche Krankenschwester im Ruhestand. Jetzt denkt sie darüber nach, ob man für die Schuhchen einen kleinen Obolus verlangen und den Erlös krebskranken Kindern spenden sollte. Allein meine 5000 Babyschuhchen könnten eine Hilfe sein", überlegt sie. Auch bemüht sie sich um neue, auch jüngere Mitstreiterinnen. Da aktuell wieder mehr Babys geboren werden, müssen auch mehr kleine Füße gewärmt werden.

Kalenderblatt 13:

Bei welchen TV-Sendungen schwingt Hanna Gotter am liebsten die Nadeln? Wenn Sie das wissen, schreiben Sie das Lösungswort bis 15. Dezember auf eine Postkarte und senden sie an: Redaktion Vogtland-Anzeiger, Postplatz 12, 08523 Plauen. Oder Sie mailen an: redaktion@vogtland-anzeiger.de oder über Facebook, unter Kennwort: Kalenderblatt 13. Zu gewinnen gibt es eine Figur der Serie "Finn & Finja", von Drechslerei Kuhnert Rothenkirchen. Die Glücksfee hat zwei weitere Gewinner gezogen: Gewinnerin beim Kalenderblatt 7 (Antwort: "1300 Grad heiß ist das Schmiedefeuer") ist Mandy Roth aus Plauen. Bei Kalenderblatt 8 (Antwort: "Bis Weihnachten") hat Romy Riedel aus Weischlitz gewonnen.
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