So wählt das vogtland

Die Vogtländer haben der CDU eine heftige Klatsche erteilt: Nach AfD und SPD landet sie nur auf dem dritten Platz. Einzig das Direktmandat konnte Yvonne Magwas (CDU) wieder verteidigen. Zugelegt haben FDP und Grüne, an Stimmen verloren hat die Linke, Kleinstparteien spielen keine Rolle.

Von Cornelia Henze

Plauen Zeit für eine Analyse über den politischen Kurs, den sich 184.979 Wahlberechtigte im Vogtlandkreis wünschen - mit Blick auf die Ergebnisse in Sachsen und im Vergleich von vor vier Jahren.
Gute Wahlbeteiligung
77,8 Prozent aller Wahlberechtigten gehen an die Urne oder haben Briefwahl gemacht: Ein gutes Zeichen, dass so viele Vogtländer von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten. Im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 lag die Wahlbeteiligung nur bei 74,1 Prozent.
Ganz Sachsen in Blau
24,6 Prozent der Zweitstimmen holt die AfD in Sachsen - einzig in die Wahlkreisen Leipzig I (SPD) und II(Grüne), Dresden I (SPD) und in Chemnitz (SPD) nicht vordringen. Die Sachsen-Ergebnisse bei den Zweitstimmen spiegeln auch jene im Vogtland. Mit 26,3 Prozent Stimmanteil wählen die Vogtländer die AfD an die Spitze. Die meisten AfD-Sympathisanten finden sich in Mühlental (36,1 %), Eichigt (33,8 %) und Neuensalz (30,6 %). Nur in vier von 37 Vogtland-Kommunen bekommt die AfD keinen Fuß in die Tür: Die SPD liegt stattdessen in Plauen mit 24,1 und in Bad Elster mit 24,8 Prozent vorn, die CDU in Grünbach mit 25,1 und in Neustadt mit 23,1 Prozent vorn.
SPD im Hoch, CDU im Tief
Die CDU auf Platz 3 in Sachsen, dem Bundesland, in dem die Leute traditionell konservativ und schwarz wählen: Das ist seit Sonntag Geschichte. Stattdessen werden die Christdemokraten sogar von der SPD von Platz 2 verdrängt. In Sachsen behaupten die Sozialdemokraten jene Position mit 19,3 Prozent gegenüber der CDU (17,2 %). Und auch im Vogtland gibt es mehr SPD- (22,4 %) als CDU-Wähler (19,7 %). Wenn es um Rang 2 und 3 geht, so verteilen sich die Stimmen in den Kommunen nahezu hälftig. In 17 Städten und Gemeinden landet die CDU auf Platz 2, in 16 die SPD auf Rang 2. Allerdings bekommt die SPD in den einwohnerstärksten Städten wie Plauen (24,1 %), Reichenbach (23,3 %), Auerbach (22,6 %) und Oelsnitz (23,3 %) mehr Stimmen als die Union.
Dritte Legislatur für Magwas
Hauchdünne 0,8 Prozent Vorsprung machen es aus,dass Yvonne Magwas (CDU) zum dritten Mal im Bundestag sitzen wird und nicht ihr Konkurrent von der AfD - Mathias Weiser. Ob die Vogtländer dieses Ergebnis für die Christdemokratin, die ihr Amt verteidigte, als absoluten Sieg oder eher als Niederlage deuten, kommt auf die Perspektive an. Sicher: Mandat ist Mandat - und einmal auf die Sachsenkarte geschaut, hat Magwas eines von nur vier CDU-Direkt-Tickets gelöst und das vielleicht deshalb, weil sie die Mehrheit der Wähler mit ihrer Arbeit überzeugen konnte und es andere kandidierende CDU-Parteifreunde offenbar nicht. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, mit wackligen 28,7 Prozent den Wiedereinzug fast verpasst zu haben. Damit konnte Magwas nicht mehr an ihr Ergebnis von 2017 - 35 Prozent - anknüpfen.
Gewinner und Verlierer
In der Wählergunst gestiegen im Vergleich zu 2017 ist die FDP, die in der Zweitstimme mit 10,1 Prozent sogar zweistellig geworden ist (2017: 7,2 %). Bei der Erststimme blieb Direktkandidat André Ludwig mit 9,3 Prozent nur knapp darunter. Die meisten Stimmen gab man Ludwig in Weischlitz (12,9 %), Bad Elster (10,4 %) und Pöhl (10,1). Leicht steigern konnten im Vogtland die Grünen ihre Ergebnisse (Erststimme 2017: 3,8 %; 2021: 4,7 %, Zweitstimme 2017: 3 %; 2021: 4,6 %). Dabei holte Grünen-Direktkandidat Olaf Horlbeck ganz gering mehr Stimmen als bei der Zweitstimme. Ähnlich wie die CDU abgerutscht ist im Vogtland die Linke. Von einst zweistelligen Werten (2017: 15,5 und 16 %) blieben nur 9,3 Prozent für das Direktmandat von Johannes Höfer und 8,9 Prozent für die Zweitstimme übrig.

Und sonstige...
Unter ferner liefen schneiden prozentual die Direktkandidaten von Kleinstparteien auf: Mario Falcke von "Die Basis" holt 1,7, David Drechsel für die Liberal Konservativen Reformer 0,5 Prozent, der Kandidat vom rechtsextremen III. Weg nur 0,4 Prozent.