Slowaken folken die Bühne

Die müde gewordenen Beine der Folkherbst-Freunde begannen am Samstag wieder zu zappeln: Das slowakische Sextett HDZKA entfachte die Folkjünger mit osteuropäischem "Feuer".

Von Cornelia Henze

Plauen Dabei kündigte die Formation an, ohne Sängerin Susanna Jara, die kurzfristig ausgefallen war, nur halb so gut performen zu können und bat um Milde beim Voten für den Eisernen Eversteiner. Völlig unnnötig, das Publikum darauf aufmerksam zu machen, dominierte Ersatzsängerin Lucia mit ihrer Stimme die Formation. Flankiert von Bandleader Slavomír Gibarti (Gesang/Gitarre) und dem tempogeladenen Geigenspiel von Dominik Maniak, im Background Akkordeion, Drums und Bass, jongliert HDZKA zwischen osteuropäischen Klängen und musikalischen Eigengeschöpfen. Herausragend die Flötensoli von Slavomír Gibarti, nach dessen Verstummen die hohe, einprägende Stimme der Frontsängerin einsetzt. Optisch transportiert HDZKAin Outfit und der reichen Auswahl an Folkinstrumenten an osteuropäische Tradition, gemixt mit den Vorzügen technischer Verstärker und dem Anspruch kosmopolitisch unterwegs zu sein. Das Plauener Malzhaus-Publikum nahm‘s mit Lust auf und hätte sicher nichts dagegen, die gutgelaunte Truppe zur Evesteiner-Preisverleihung wiederzusehen. So bleibt es spannend, ob die folgenden acht Preisträgerkonzerte dem starken Auftakt standhalten. Völlig unaufgeregt, weil nicht im Preisträger-Karussell fahrend, eröffnete der Schotte Ray Cooper den 28. Folkherbst. Der Multiinstrumentalist, der den Vogtländern von der Oysterband bekannt ist, tourt hier als Solist durch die Lande. Ein sympathischer Typ, der mit seiner leisen Musik und poetischen Geschichten aus Schottland und Skandinavien überzeugte. Nächstes Konzert: Alma aus Österreich an diesem Samstag.