Siedler suchen Wirt

Beim Chrieschwitzer Siedlerverein wächst wie überall in Kleingartenkreisen Plauens die Vorfreude auf den bevorstehenden Frühling. Die Siedler bereiten ihre Grundstücke vor und alles wäre perfekt, wäre da nicht die Sache mit dem wunderschönen Vereinsheim.

Von Frank Blenz

Plauen Gäbe es eine TV-Sendung "Wirt gesucht", wäre eine Ausgabe aus Plauen ganz sicher anschauenswert. Die 65 Mitglieder und Familien des Siedlervereins Chrieschwitz im Ortsteil Alt-Chrieschwitz halten derzeit nach einem Wirt für ihre Gaststätte Ausschau. Das Lokal ist inmitten der rund 70 Grundstücke nahe dem Elsteruferweg - zwischen Preißelpöhl, Reißig und dem Elstertal - überaus idyllisch gelegen. Allerdings wird es seit vergangenem Herbst nicht mehr bewirtschaftet. Aus Altersgründen wurde die Gaststätte an den Verein zurückgegeben. "Nun hoffen wir darauf, dass wir zum Saisonstart im Frühjahr einen Wirt, ein Wirt-Ehepaar - wie auch immer, Leute, die unser Lokal übernehmen wollen - finden", sagt Wolfgang Lochmann, der mit Gisela Brunner und Klaus Maron beim Ortstermin mit dem Vogtland-Anzeiger stolz die Gaststätte, ein richtiges Kleinod, vorstellt.
"Schauen Sie sich um, das hat doch was", sagt Lochmann werbend und zeigt auf das alte, schön hergerichtete Haus mit einem Biergarten, mit Bäumen und einem schönen Ambiente, das nicht nur die Herzen der Kleingärtner sondern auch Gästen von außerhalb höher schlagen lässt. Tatsächlich ist die Gaststätte auch im Innenbereich ein Schmuckstück: zwei Gasträume stehen rund 80 Besuchern zur Verfügung, die Räume verströmen einen Hauch von Damals. Getäfelte Wände, alte Türen, ein schöner, kleiner Tresen verbreiten eine heimelige Atmosphäre.
Ein neuer Betreiber müsste nur etwas Gespür für Geschichtswahrung und Moderne gleichermaßen aufbringen und dazu ein solides Speisenangebot auf der Karte haben - schon würde das Vereinsheim wieder eine angesagte Adresse - sind die Siedler überzeugt.
"Unser Biergarten ist gerade im Sommer stets sehr gut besucht gewesen", erinnert sich Gisela Brunner, die Mutter vom Vorstand Matthias Brunner. Tatsächlich böte das Lokal gute Möglichkeiten für einen ordentlichen Umsatz. "Unser Gelände liegt an einem viel begangenen Wanderweg, wir haben eine Siedlung, in der kein Grundstück frei ist, es gibt viele Gelegenheiten zu feiern - Himmelfahrt, Sommerfeste, Familienfeiern, das Vereinsfest", begibt sich Wolfgang Lochmann nochmal auf die Werbeschiene.
Die Brunners, Lochmanns und Marons und die anderen Siedler wollen ihre Gaststätte revitalisiert sehen und glauben, dass ein engagierter Wirt das schaffen kann, auch mit ihrer Unterstützung. Die Familien gehören zu den alteingesessenen Mitgliedern, die meisten Grundstücke sind seit den 1950er, 60er und 70er Jahren in Familienbesitz. Und es gibt noch einen Trumpf: Der Verein selbst begeht 2023 sein 100-jähriges Bestehen. "Da steht ein Jubiläum an. Am Schönsten wäre es, wenn wir in dieser Saison einen Wirt hätten, der langfristig bei uns einsteigt, zu guten Konditionen. Wert Interesse hat, seinen Arbneitsplatz ins Grüne zu verlegen, einfach bei mir anrufen unter 0172/ 35 20 88 9" sagt Klaus Maron.