Sieben Minuten mit einem Atemzug unter Wasser

Plauen - Mit einem Atemzug 100 Meter in die Tiefe, eine 150 Meter lange Strecke und ganze sieben Minuten unter Wasser - klingt unglaublich, ist aber machbar. Der Weltrekordhalter im Freitauchen Christian Redel hat es bereits mehrmals bewiesen.

 

Erst im Februar stellte der Wiener seinen letzten Rekord im Tauchen unter Eis auf. Mit den Vorbereitungen zum nächsten Rekord ist er schon wieder beschäftigt, möchte aber noch nichts Konkretes dazu sagen, außer: ,,Es wird einen neuen Rekord geben."

Das Pfingstwochenende verbrachte der 34-Jährige in Plauen. "Ich bin ja auf der ganzen Welt unterwegs, aber Plauen ist wirklich eine schöne Stadt", sagte er zu seinem Gastgeber Marco Rödel vom Tauchturm Vogtland. Hier fand nun auch zwei Tage lang ein Seminar in Sachen Freitauchen statt. Sechs Teilnehmer aus Plauen, Bautzen und Garmisch-Partenkirchen erfuhren von Redel viel Neues in Sachen Atmung, Entspannung und der korrekten Technik. "Wichtig ist das mentale Training. Außerdem haben die meisten Menschen verlernt richtig zu Atmen. Da setze ich an", so der Österreicher.

 

Marco Rödel sieht den Kurs als absolute Bereicherung. "Zu wissen wie viel Zeit mir mit einem Atemzug bleibt, entspannt auch die Angst vor einem Ausfall der Technik in der Tiefe. Man lernt dabei auf den Körper zu hören und lotet die eigene Leistungsfähigkeit neu aus. Es ist ein gewisser Sicherheitsaspekt." Etwa eine Minute sei eine "normale" Zeit, um die Luft unter Wasser anzuhalten. Innerhalb der zwei Seminartage haben die Teilnehmer ihre bisherigen Leistungen mindestens verdoppelt. Es sei laut Redel wohl der einzige Sport, bei dem innerhalb von zwei Tagen so viel erlernt und erreicht werden könne.

Während im Tauchturm eher Zeit und Tiefe trainiert wurden, ging es am Sonntag Vormittag zum Streckentauchen ins Stadtbad. Dort schafften es einige zum ersten Mal, die gesamte Strecke von 50 Metern mit einem Atemzug zu Tauchen. Doch nicht nur für Taucher sind solche Workshops gedacht. Auch für Stressabbau, Ausgeglichenheit und Entspannung eignet sich Freitauchen. "Jeder kann an so einem Seminar teilnehmen. Dafür ist keinerlei Taucherfahrung nötig. Es geht eigentlich darum, in sich selbst hinein zu hören. Innere Ruhe zu finden, vielleicht Ängste abzubauen, Selbstbewusstsein zu entwickeln. Neben Hobbytauchern gehören auch Manager zu meinen Kunden", sagt Redel. Für Plauen könnten sich Rödel und Redel eine dauerhafte Kooperation vorstellen. "Es wäre schön, wenn wir so ein Wochenende mindestens einmal im Jahr durchführen könnten." S. Rössel