Sextäter: Gewalt gegen Rodewischer Pflegerin

Der Mann habe die Pflegerin bedrängt und es habe Übergriffe gegeben, sagt Thomas Walter, Sprecher und Staatsanwalt von der Staatsanwaltschaft in Plauen. Ob es sich tatsächlich um eine Vergewaltigung handelt, wollte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen. "Dazu ist es noch zu früh. Die Ermittlungen laufen", so Walter.

Während eines Freigangs aus dem Sächsischen Krankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Rodewisch floh am vorigen Mittwoch der 49-jährige Straftäter. Die ihn begleitende 47-jährige Pflegerin wurde von ihm genötigt zu Fuß einen rund fünf Kilometer langen Marsch bis Lengenfeld zu unternehmen. In einem Waldstück zwischen Eich und Lengenfeld wurde der Entflohene schließlich von der Polizei gestellt. Inzwischen habe man Gespräche mit der Klinik geführt, um herauszufinden, wie es dazu kommen konnte, so Ralph Schreiber, Sprecher des sächsischen Sozialministeriums.

Laut Sylvia Beyerlein, Leiterin der Forensischen Klinik in Rodewisch, habe es sich um einen unauffälligen Patienten gehandelt. Mit so einer gewaltsamen Flucht habe man in der Klinik nicht gerechnet, so Schreiber. "Aber das ist nicht optimal gelaufen." Das Sozialministerium habe der Klinik einen Fragenkatalog zum Fall übergeben - mit der Beantwortung rechnet man diese Woche. Der Mann wurde 1998 zu vier Jahren Freiheitsstrafe und Unterbringung in der Psychiatrie verurteilt.

Erst war er im Maßregelvollzug im Saarland, seit 2001 ist er in Rodewisch untergebracht. Weil er sich in der Therapie nicht auffällig benahm, hatte der Straftäter bereits die Lockerungsstufe 3 erhalten - das heißt, er durfte in Begleitung eines Pflegers ab und zu das Krankenhaus verlassen für einen Stadtbummel. Wäre der Mann nicht geflüchtet, hätte er in Kürze die nächste Lockerung - sprich mehr Freigang - erhalten. "Sämtliche Lockerungen sind natürlich nun gestrichen", so Thomas Walter.