Semino Rossi mit viel Liebe und Tango

Als der junge Argentinier Omar Ernesto Semino 1985 nach Europa kam, hatte er keinen Pfennig in der Tasche, aber das felsenfeste Vertrauen, hier sein Glück zu machen. Als Straßenmusikant und auf Partys verdiente er sich sein erstes Geld, und schaffte es mit Talent, Fleiß, Zielstrebigkeit und seiner wunderbar weichen, romantischen Stimme innerhalb weniger Jahre zum Superstar im Showgeschäft.

Sein Name gleicht einer Zauberformel: Semino Rossi: Wo er auftritt, füllt er die Hallen. Und mit etwa 3000 Fans war die Zwickauer Stadthalle am Sonntag fast voll besetzt. Der Sänger entstammt einer musikalischen Familie. Seine Mutter Pianistin, und sein Vater, ein Sänger, legten in ihm das Fundament zu einer großartigen Karriere, die ihm nicht nur die Begeisterung des Publikums, sondern auch zahllose Auszeichnungen und Preise, bescherte. Rossi sucht den engen Kontakt zu seinem Publikum und er findet ihn. Sein Auftreten, sein charmanter Akzent, seine Art der Moderation, machen den Mann sympathisch und das führt dazu, dass er seit seinem Konzert 2007 in Zwickau ebenso unvergessen ist, wie seine sprichwörtliche Vorliebe für Schokolade. Und deshalb bekam er von seinen Fans nicht nur ganze Berge roter Rosen sondern auch so viel Schokolade und Pralinen, dass ihm ein Musiker ständig zu Hilfe kommen musste, die Schätze zu tragen.

Auf dem Programm seiner diesjährigen Solotournee standen zumeist bekannte und beliebte Titel wie "Alle Rosen dieser Welt", "Du bist mein erster Gedanke", "Du bist die Sonne des Lebens für mich", "Wenn die weißen Rosen blühen", "Viva la vida, Viva el amor" "Granada", "O sole Mio", "Vaya con Dios" und viele weitere, teils in deutsch, teils in spanisch und italienisch gesungen. Und Titel aus seiner neuesten CD "Die Liebe bleibt". Und natürlich der argentinische Tango. Dazu waren drei argentinische Tanzpaare mit von der Partie, die in ihren bunten Kostümen sehr temperamentvoll zur perfekten Bühnenshow beitrugen.

Die musikalische Begleitung besorgte das erstklassische elfköpfige Life-Orchester sowie sechs echte Mexikaner in weißen Anzügen und riesigen Sombreros, die mit ihren Instrumenten ebenfalls Schwung in Rossis Konzert brachten. Besonders interessant waren Musiken argentinischer Indios, die fast ausschließlich vom Rhythmus der Trommeln und geschwungener Holzkugeln bestimmt sind. Fast drei Stunden Stimmung im Saal, dazu eine perfekte Tontechnik, sehr gute Rückprojektionen, fantasievolle Beleuchtungen, 35 Mitarbeiter hinter der Bühne sorgten mit für den vollen Erfolg der Show. Für den endlosen Applaus zum Schluß bedankte sich der Sänger mir dem Frank-Sinatra-Titel "My way" und der lateinamerikanischen Version des "Ave Maria". W. Meyer