Seifert: Baukosten liegen im Limit

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Genau 100 Jahre nach dem Bau des Warenhauses Tietz wird daraus ein Landratsamt. Im Frühsommer soll der Grundstein gelegt werden. Derzeit laufen der Rückbau und die vorbereitenden Arbeiten. Kreisbaumeister Henry Seifert versichert, dass die Kosten von über 35 Millionen Euro bis zur Fertigstellung 2014 eingehalten werden.

Plauen - Die Planungen für den Umbau des ehemaligen Horten-Warenhauses im Plauener Stadtzentrum zum künftigen Landratsamt des Vogtlandkreises sind abgeschlossen. Auch alle erforderlichen Baugenehmigungen für das Großprojekt habe Kreisbaumeister Henry Seifert auf seinem Tisch liegen, sagte er am Donnerstag bei einem Rundgang auf der Baustelle.

Auch im Kostenlimit liege das Vorhaben. Seifert gehe davon aus, dass bis zur Fertigstellung im Spätsommer 2014 die geplante Investitionssumme von 35,7 Millionen Euro mit Innenausstattung nicht überschritten werde. Auch ein kleines Polster für eventuelle Überraschungen sei noch eingebaut, sagt Seifert.

Die Fäden auf der größten Baustelle des Vogtlandes hält Christian Hunger zusammen. Der 54-jährige Oberbauleiter aus Hamburg hat für den Landratsamts-Bau seinen Wohnsitz nach Plauen verlegt. Derzeit befinden sich rund 40 Bauarbeiter auf der Baustelle. Wenn die Arbeiten richtig beginnen werden es bis zu 250 etwa sein. Im Frühsommer soll der Grundstein für den Neubau gelegt werden, kündigt Hunger an.

Durch den Fund von altem und schadstoffreichen Teerkleber unter dem Fußbodenbelag auf einer Fläche von rund 5000 Quadratmetern verzögern sich die Arbeiten leicht. Hunger musste die Bauabläufe durch den nicht geplanten Ausbau des Klebers völlig neu koordinieren.

Mit dem Umbau zum Landratsamt bekommt das Gebäude auch den früheren Lichthof zurück, der zurückgebaut wurde, um die Ladenflächen zu erweitern. Begonnen haben inzwischen auf Abbrucharbeiten an der historischen Fassade. Die Vordächer über den Schaufenstern kommen weg. Der Eingangsbereich wird wieder offener gestaltet. Auf der linken Seite wird es ein Straßencafé und rechts eine Sparkassenfiliale geben. Weitere Geschäfte sind nicht geplant. Zwar gab es einen Ansturm von Interessenten, sagt Seifert, doch aufgrund von Fördermitteln sei die Schaffung von Ladenflächen nicht möglich. Im Innern geht es derzeit den Stahlstützen an den Kragen.

Das gesamte Gebäude besteht aus einer reinen Stahlkonstruktion die auf rund 80 Trägern steht, die alle einzeln überprüft werden müssen. Der Zustand der hundert Jahre alten Stützen sei gut. Nur an wenigen Stellen müsse nachgebessert werden, heißt es. Das Gebäude befand sich im Laufe der Zeit immer im Wandel. Ständig wurde etwas verändert oder vergrößert. Diese Komplexität des Hauses mache das Vorhaben interessant und zu einer wahren Herausforderung. Viele Einschnitte in die Gebäudesubstanz seien in den Unterlagen nicht zu sehen, so Hunger. Grünes Licht scheint es nun auch für das geplante Parkdeck gegenüber des Gebäudes auf einer Fläche des früheren Sachsendrucks zu geben. "Es wird gebaut", sagt Kreisbaumeister Henry Seifert. Der Kreistag muss dies noch bestätigen. 205 Plätze soll das Parkdeck haben.