Security-Chef Unger gibt Geld-Untreue zu

Acht Monate Freiheitsstrafe, umgewandelt in zwei Jahre Bewährung: Das ist die Strafe, die der Ex-Sicherheitsbeauftragte des VFC Plauen, Heiko Unger, am Dienstag am Plauener Amtsgericht bekam. Unger räumte ein, 107.000 Euro aus Parkautomaten der Stadtgalerie abgezweigt zu haben. Schuldig gesprochen wurde er der Untreue in fünf Fällen.

Plauen - Ermittelt hatte die Staatsanwaltschaft gegen die Security-Firma Ungers, die im Auftrag der Stadtgalerie regelmäßig die sieben Automaten im Parkhaus leerte, das Geld abholte und es auf das Konto des Parkhaus-Betreibers einzahlte. In der Adventszeit des Jahres 2012 kamen innerhalb eines Monats - von November bis Ende Dezember - 107.000 Euro nicht beim Eigentümer an.

"Wer aber hat das Geld genommen?" fragte Staatsanwalt Gernot Güßregen den Angeklagten, der zwar eingangs reuig gestand, einen Fehler gemacht zu haben und für den Fehlbetrag nun einstehen zu wollen, gleichzeitig aber seinen damaligen Gesellschafter ins Spiel brachte.

Dem habe er alle Überweisungsvollmachten übertragen - damals, als Unger sich nicht mehr vollumfänglich um die Geschäfte seiner Sicherheitsfirma habe kümmern können, weil er beim VFC Plauen ehrenamtlich im Aufsichtsrat und auch als Sicherheits-Chef tätig gewesen sei.

"Dass beim Fußball damals, war ein Volltimejob", begründet der 45-Jährige seine mangelnde Präsenz. Ende Dezember habe er dann gemerkt, dass "auf dem Konto Geld fehlt". Etwa zeitgleich habe sich sein Gesellschafter quasi über Nacht aus dem Unternehmen verabschiedet. Unger: "Mit einem Mal war der weg. Dabei hätte er doch später die Firma mal übernehmen sollen."

Nachdem dem Gericht nicht ganz klar war, ob Unger die Tat vollumfänglich gestehen oder sie doch seinem Geschäftsführer anlasten wollte, gab es für den Security-Chef und seinen Anwalt Dietmar Dreher eine kurze Beratungspause, nach der Unger sich dafür entschied, das Verschwinden des Geldes auf seine Kappe zu nehmen - den leitenden Angestellten jedoch aus dem Spiel zu lassen. Letzteres begründete Unger damit: "Ich kann nicht beweisen, dass Herr K. das Geld genommen hat."

Jener Herr K. taucht noch einmal auf, und zwar bei der Frage, wer die Qualifizierungsurkunden von 7 Sicherheitsleuten gefälscht haben könnte. Auch hier behauptete Unger, Einstellungsgespräche und Personalangelegenheiten der 26 festangestellten und 70 nebenberuflichen Mitarbeiter seinem Geschäftsführer überlassen zu haben.

Bei einem Fußballspiel im Westsachsenstadion flog dann auf, dass viele der Securitys nicht die verlangte Schulung/Qualifizierung für den Sicherheitsdienst besaßen - die Urkunden gefälscht waren. Weil lediglich Kopien und nicht Originale eingereicht wurden, ließ das Gericht den Vorwurf der Urkundenfälschung am Dienstag fallen.

In Bezug auf den Untreue-Vorwurf gab Unger zu, dass das Geschäft in den Jahren 2011/12 nicht so gut gelaufen sei. Woraus der Staatsanwalt schloss, dass die Verführung für Unger groß gewesen sei, seine Finanzlücken mit fremden Geld zu schließen. "Später haben Sie es nicht mehr in den Griff bekommen, die Löcher zu schließen", so Güßregen der den Schaden als gigantisch bezeichnete und 1 Jahr Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf 3 Jahre Bewährung, und eine Geldstrafe von 7500 Euro forderte.

Ungers Anwalt plädierte auf nur 2 Jahre Bewährung. Das Urteil pegelte sich letztlich in der Mitte ein - eine Geldstrafe entfällt. Unger zahlt derzeit 92.000 Euro in Raten (pro Monat 4.000 Euro) an den Parkhausbetreiber zurück - so wurde es per Vergleich vereinbart.