Schweißtreibende Arbeiten

Im Jahr 2020 gab es in der Stadt Plauen mehr Rückbau als in den vergangenen Jahren. Über die aktuelle Entwicklung informierte in dieser Woche der Fachbereich Stadtplanung und Umwelt.

Plauen Im vergangenen Jahr konnten die guten Ergebnisse der Vorjahre noch getoppt werden. Mit 32 Baubrachen, die rückgebaut oder saniert wurden, konnte ein neuer Spitzenwert erreicht werden. Bei 53 Prozent erfolgte ein Rückbau, 41 Prozent wurden saniert und nur sechs Prozent nachgenutzt.
Trotz der Neuaufnahme von fünf neuen Brachen, hat sich die Gesamtanzahl auf 393 Objekte reduziert. Die gesamte Fläche beträgt 25,4 Hektar. Die aktuelle Situation lässt erwarten, dass sich das in den kommenden Jahren so fortsetzen wird. Allerdings stellen sowohl Rückbau als auch Sanierung aus verschiedenen Gründen eine immer größer werdende Herausforderung dar. Die Stadt selbst müsse dafür notwendige Eigenmittel sichern, aber auch Förderprogramme müssen fortbestehen. Fachübergreifend werde in der Stadtverwaltung über konkrete Maßnahmen abgestimmt, Gelder in die Haushaltsplanung eingestellt, um marode Gebäude beispielsweise über Zwangsversteigerungen anzukaufen und mit Fördermitteln abzubrechen.
Darüber informierte Falk Forster, Sachbearbeiter für integrierte Stadtentwicklung des Fachbereichs Stadtplanung und Umwelt im Bauausschuss. Die fünf neu registrierten Brachen seien eher für den Rückbau vorgesehen. Dabei handelt es sich um Gebäudeteile der ehemaligen Sternquell-Brauerei und Teile des Garagenkomplexes "Nach dem Seehaus", die Priorität hätten. Aber auch Wohnhäuser an der Dobenaustraße 30, ein Nebengebäude an der Kasernenstraße 53 und an der Oberjößnitzer 9 seien betroffen.

 


21 Maßnahmen, mit rund 2,8 Hektar befinden sich in der sogenannten Umsetzung, dass heißt, hier wird abgerissen oder gebaut. 50 weitere Objekte, auf etwa 3,5 Hektar, seien in der Vorbereitung. Sieben Flächen, dazu gehört beispielsweise der Untere Bahnhof, stehen unter Beobachtung. Sind die Gebäude noch offiziell als Wohnadresse registriert, kann dort nicht gehandelt werden. Ein Vorzeigeobjekt ist die L.-F.-Schönherr-Straße. Die alte Fabrik wurde abgerissen. Das ganze Gebiet hat sich dadurch komplett verändert. Großflächige Ugestaltungsarbeiten laufen. Ein großer Verkehrsübungsplatz entsteht. Außerdem wird ein öffentlicher Spielplatz gebaut. Unter dem Schatten von Bäumen soll es Möglichkeiten zum Verweilen geben. Die geplanten Spiel- und Outdoorfitnessgeräte sind zum Spaß für die ganze Familie gedacht.
Anfragen hinsichtlich von Abriss wurden auch zur Maßnahme an der Pausaer Straße gestellt. Dort werden an den verbliebenen Häusern gerade die Giebel gedämmt. Die Grundfläche liegt brach. Der Fachgebietsleiter der Stadtplanung, Markus Löffler, informierte, dass das Grundstück erst ersteigert werden müsse. Es gibt Überlegungen zu einer Straßenbahnhaltestelle, da die Situation dort platz - und sicherheitstechnisch schon länger ein Problem darstellt. Auch begrünt werden soll dann entsprechend, umeine Art Sichtschutz herzustellen.
Beim Thema Wohnungsleerstand unterscheide man in Wohnungen die zur Verfügung stehen und Schrottimmobilien. Bei vermietbaren Objekten sei laut Forster der Leerstand bei rund 14 Prozent. Die nicht mehr nutzbaren Häuser machen etwa 17 Prozent aus.