Schwein geschossen - und genossen

Dehles/Thossen - Viel ist im Jahreslauf in Thossen nicht los. Daher gehört die jährliche Zusammenkunft der Jagdgenossenschaft mit zünftigem Schmaus zu einem der Höhepunkte im Ort. Fast jede Familie ist vertreten. Schließlich besitzt beinahe jeder Thossener mehr oder weniger große bejagbare Grundstücke.

Sie alle schlossen vor 18 Jahren erstmals mit dem Jagdpächter Frank Hellfritzsch einen Vertrag, der neben Pflichten zur Hege und Pflege und der Zahlung von Pacht auch ein jährliches Jagdessen garantiert.

Am Samstag war es wieder so weit. Jagdvorsteher Winfried Eichelkraut und Jagdpächter Frank Hellfritzsch freuten sich über regen Zuspruch nicht nur zum Wildschwein-Essen. Mit Interesse folgten die Verpächter den Ausführungen ihres Jägers zum vergangenen Jagdjahr. Gemeinsam mit seinem Neffen Franz unterstrich der Jäger den Bericht mit Jagdsignalen. Im letzten Jahr kamen dem Jäger insgesamt 27 mal Schwarzwild, 13 Rehe, und neun Füchse vor die Flinte. Rot- oder Muffelwild schoss er diesmal nicht. "Ein Steinmarder kam "durch die Straße" um, ein Hase "durch mich", führte er aus. Er erinnerte an die Zeit, als man noch große Hasenstrecken schoss. Heute sieht man kaum noch welche. Dennoch seien Feldhasen deutschlandweit nicht vom Aussterben bedroht. Anhand der mitgebrachten Trophäen erläuterte Hellfritzsch die Entwicklung des Geweihs bei den Rehböcken. Jagdtrophäen hatte er nicht dabei. Diese waren zur zeitgleich stattfindenden Trophäenschau im Pfaffengut ausgestellt.

Mit Flurschäden insbesondere durch Wildschweine hat die Thossener Genossenschaft zu kämpfen. Auch in diesem Jahr soll wieder eine Drückjagd durchgeführt werden. "Mit hoffentlich mehr Erfolg als letzten Herbst." Da waren nur zwei Schweine erlegt worden. Doch generell sind Schäden nur dann weitestgehend auszuschließen, wenn in allen angrenzenden Revieren nach gleicher Methode gejagt werde, so Hellfritzsch.

Auf der Thossener Flur jagt Frank Hellfritzsch mit weiteren drei Jägern. Das sind Gunter Haase, Gundolf Müller und Ronny Rudert. Der Pächter lobte die sehr gute Zusammenarbeit mit den Helfern ebenso wie die mit dem Vorstand der Genossenschaft. Damit die Einwohner und Verpächter die Jägerschaft auch kennen lernen, waren sie zur Jagdversammlung mit eingeladen.  mam