Schwarzer Humor vor vollem Haus

Plauen - "Kochen mit Elvis", das humorvolle und surreal anmutende Schauspiel des britischen Dramatikers Lee Hall hat am Samstag auf der Kleinen Bühne im Theater Plauen Premiere. Die erste Vorstellung war restlos ausverkauft.

Kochen mit Elvis bot eine eigenwillig, flotte, skurrile Sichtweise über den alltäglichen Umgang mit dem eigenen Körper, den Schönheitsidealen, dem Schlankheitswahn und auch der anderen Seite, der in Verzweiflung endenden Fresssucht, was allesamt aufs Korn genommen wurde.

 

Die Geschichte entspann sich in einer modern installierten Bühnenszenerie auf zwei Etagen am Schicksal des Elvis Presley-Imitators Dad (Tom Keune). Die einzelnen Spielsituationen gingen nahtlos ineinander über, gekonnt komplettiert mit Traumszenen. Dad, der nach einem Unfall im Rollstuhl sitzen muss, ist nun ein Totalausfall. Darum kümmern sich Jill (Angelina Häntzsch) und Mam (Ilse Henning) um ihn. Essen erscheint ihnen als einzige Therapie und als Schocksituation, denn Mam speit alles aus - besessen von der Idee der idealen Figur. Jill derweil frisst sich dick und rund - sie ergibt sich der Sucht nach Kalorien. Doch als ein schöner Mann namens Stuart (Torteninspektor und gespielt von Johannes Moss) in die Familie tritt, geht es in der Familie plötzlich wieder um die Liebe?

Zuschauerreaktionen. Für Wolfgang Weber geriet das Stück zu einem flotten Abend. "Kochen mit Elvis fand ich sehr direkt und mitreißend, auch wenn mir die inhaltliche Aussage letztlich noch nicht ganz klar ist. Sei´s drum. Die Tochter wurde von Angelina Häntzsch sehr authentisch dargestellt, sie führte auch gekonnt durch das Stück fast wie eine Moderatorin. Das Schauspiel war sehr flott inszeniert, kurz, klar und packend erschienen mir die Szenen." Für Steffi Liedtke fühlte sich das Theaterstück optisch wie die Szenerie in amerikanischen Fernsehserien an. "Man kenn das ja, so diese Kameraschwenks in die Wohnzimmer, die Dialoge, die Schnitte. Auch die ganze Ästhetik des Abends waren dem Betrachter vom TV her vertraut.

Das Thema Ernährung ist im wahren Leben sehr präsent. Gut, dass das Stück diese Verbindung in der Geschichte aufgriff. Auf der einen Seite war die Mutter mit dem Brechen und schlank sein wollen, dort die Tochter - ein harter Gegensatz. Und das zur Sprache kam, was man mit 30 bis 40 Jahren in einer schwierigen Situation anfangen kann, fand ich gelungen. Da hörte man gut heraus: Ich will doch noch was vom Leben." Wolfgang Weber gab noch eine Empfehlung: Das Stück ist hörens- und sehenswert. Die Sprache, die Jugendlichkeit, die Bilder, die Aktionen." va