Schwarzbau in Mehltheuer

Ein Schwarzbau in Mehltheuer macht Ärger. Dabei hatte ein Nachbar nur gefragt, ob eine Baugenehmigung vorliegt. Jetzt machen böse Gerüchte die Runde - auch der Ortsvorsteher ist betroffen.

Rosenbach/Mehltheuer - Das Problem kam im Gemeinderat zur Sprache. Es geht um die Schleizer Straße 3. Dort hat Jens Anstadt, Geschäftsführer der Syrauer Wohnungsbaugesellschaft, im vergangenen Jahr ein Mehrfamilienhaus privat gekauft samt Grundstück und Nebengebäude. Doch Anstadt hat keine Baugenehmigung für die Arbeiten am alten Schuppengebäude. Ein Anwohner hatte Ortsvorsteher Bernd Rudert nach der Baugenehmigung gefragt. Und der erkundigte sich im Bauamt der Gemeinde. Bauamtsleiter Luz Woratsch seinerseits setzte sich nach eigenen Worten mit dem Kreisbauamt in Verbindung. Und die kreisliche Bauaufsicht stellte bei einem Vor-Ort-Termin noch im alten Jahr fest, dass ohne Genehmigung gebaut wurde.

Das schilderte Ortsvorsteher Rudert im Gemeinderat und berichtete auch, von Gerüchten, die in Mehltheuer die Runde machen: Er, Rudert, sei der Auslöser für die Unannehmlichkeiten des Bauherrn. "Ich behalte mir rechtliche Schritte vor, wegen der Verleumdungen einer Person des öffentlichen Lebens." Der Vogtland-Anzeiger fragt Bauherr Anstadt nach seiner Meinung: "Ich wollte den alten Schuppen ohne Veränderungen nutzen. Die Fachleute haben jedoch gesagt, dass der Dachstuhl erneuert werden muss. Also habe ich das veranlasst. Auch das Mauerwerk wurde in Ordnung gebracht. Ich wusste nicht, dass man eine Baugenehmigung braucht. Es wäre schön gewesen, wenn mich das Bauamt der Gemeinde darauf hingewiesen hätte, als ich dort gefragt habe."

Bauamtsleiter Woratsch lässt das nicht auf sich sitzen: Nach seinen Worten hat er Anstadt ausdrücklich hingewiesen, dass es eine Baugenehmigung braucht, wenn man in die Statik eingreift - das Einziehen neuer Stürze, um aus einem Fenster ein Tor zu machen, gehöre dazu. "Er soll sich unbedingt im Landratsamt kundig machen, habe ich Herrn Anstadt empfohlen." Jedenfalls wird Anstadt jetzt nach eigenen Worten die Unterlagen nachreichen - Heiligabend erreichte ihn eine dementsprechende Aufforderung des Landratsamtes.