Schulterschluss über Corona-Zeit hinaus

"Es war immer spannend und nie Routine" leitete Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer am Dienstag die 8. Beigeordnetenwahl in seiner eigenen Amtszeit ein.

Plauen Er habe den Kandidaten zu Lockerheit geraten, verriet Oberdorfer - für diese Eigenschaft selbst bestens bekannt. Neun Bewerber gab es anfangs für das Amt des Baubürgermeisters, im nicht öffentlichen Teil des Verwaltungsausschusses, blieben nach deren Vorstellung fünf übrig, der Ältestenrat verständigte sich schließlich auf vier Kandidaten. Jedem dieser vier - dem Amtsinhaber Levente Sarközy, der Dezernentin Bau/Umwelt Kerstin Wolf, sowie den externen Bewerberinnen Dr. Gudrun Seifert und Diana Weber - blieben jeweils zehn Minuten Zeit, sich zu präsentieren vorzustellen. Danach hatten die Stadträte weitere zehn Minuten Gelegenheit, Fragen zu stellen. Nach dem ersten Wahlgang stand bereits fest: Kerstin Wolf beerbt ihren Chef im Amt des Baubürgermeisters und erhielt dafür das Votum von 33 Stadträten. Acht hielten Sarközy die "Treue", drei Stimmen konnte Diana Weber auf sich vereinen, Dr. Gudrun Seifert ging leer aus.
Wechsel in AfD-Fraktion
Mit dieser Wahl hatten die Stadträte den dicksten Brocken der Tagesordnung bereits abgearbeitet. Eingangs hatte Oberdorfer noch über das leicht sich drehend Personalkarussell in Stadtrat und Ausschüssen informiert. Demnach legt AfD-Stadtrat Helmut Wotzlawek aus privaten Gründen sein Mandat nieder - Nachfolger und an Ort und Stelle vereidigt, ist Stephan Schulze. Abberufen als sachkundiger Einwohner im Verwaltungsausschuss wurde Frank Zabel (SPD), der künftig als Leiter der Geschäftsstelle des Kommunalpräventiven Rates in der Stadtverwaltung arbeitet und daher laut sächsischer Gemeindeordnung dieses Ehrenamt nicht mehr ausüben kann.
Kein Geld für Dittes-Schule
Den Wunsch nach einem Geldgeschenk von 3000 oder wenigstens 1500 Euro, geäußert von Petra Rank (Linke) und Prof. Lutz Kowalzick (CDU), hat Plauens Oberbürgermeister erstmal abgelehnt - mit dem Hinweis, das Namensfest der Schule nicht zu vergessen und sie zu gegebener Zeit fördernd zu bedenken. Jetzt gilt im Rathaus infolge der Steuereinbrüche durch Corona die Anweisung der Kämmerei: Keine Mehrausgaben. Ergo auch kein freiwilliger Zuschuss an die Grundschule. Oberdorfer: "Ich gebe das so zu Protokoll". Nach dem Antrag der Linken sollte das Geld für ein neues Namensschild an der Schule sowie für Museumspädagogik, die sich kindgerecht mit Leben und Werk von e.o.plauen beschäftigt, verwendet werden. Auch die Einwände von Rank und Kowalzick, dass der Zuschuss aus eingeplanten Haushaltspositionen, die nicht abgerufen worden sind, finanziert werden könnte, wurde vom OB abgelehnt. Kowalzick machte auf die ab 1. April vorgesehene, aber nicht besetzte Stelle, eines Museologen aufmerksam, Rank auf nicht abgerufene Gelder aus der Kinder- und Jugendarbeit. Kowalzick hatte sich im Vorfeld für den Namenswechsel der Schule eingesetzt. Er hatte den Wunsch der Schule dem Ohser-Stiftungsrat und Ohsers Familie vorgetragen. Beide seien dafür, die Familie habe sich geehrt gefühlt, dass die Schule Ohsers Namen tragen möchte. Außer der Schule in Plauen gibt es noch in Köln eine Grundschule, die den Namen des Zeichners trägt. Vorstellbar sei, dass beide Schulen Kontakt zueinander aufnehmen. Mit der Namensänderung ergebe sich auch eine engere Zusammenarbeit mit der nahen e.o.plauen-Galerie, so Bürgermeister Steffen Zenner. top/cz