Schul-Erpresser von Auerbach ein Einzeltäter

Der 15-Jährige, der von der Polizei 10.000 Euro erpressen wollte, hat vermutlich als Einzeltäter gehandelt. Gestanden hat er die ihm vorgeworfene Tat nicht.

Auerbach - Zu dieser Erkenntnis kommen Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion Zwickau, wie beide Behörden mitteilen. Komplizen aus dem Freundes- oder Familienkreis seien derzeit ausgeschlossen. Außer gegen den am Freitag festgenommenen 15-jährigen Ex-Schüler des Auerbacher Goethe-Gymnasiums gerieten seit Pfingsten kurzzeitig auch dessen Vater und vier weitere Jugendliche ins Feld der Ermittlung.

Eine Mittäterschaft liegt nun offenbar nicht vor. Bei einer Durchsuchung der elterlichen Wohnung des Jugendlichen habe die Polizei Tatmittel wie Laptop und Smartphone - der Junge verbreitete seine Drohungen via Homepage im Internet - gefunden und sichergestellt. Hinweise darauf, dass der Jugendliche eine Gewalttat, wie er sie im Netz als Amoklauf androhte, auch vorbereitete und umsetzen wollte, gebe es laut Polizei nicht.

Waffen wurden nicht gefunden. Der 15-jährige Auerbacher wurde am Freitag als mutmaßlicher Erpresser festgenommen. Die Festnahme erfolgte als größerer SEK-Einsatz am Wohnhaus des Jugendlichen. Seit Mitte August sorgte er mit seinen Drohungen, die in Beziehung zum Goethe-Gymnasium stehen, aber diesmal gegen die Polizei gerichtet war, für Ängste bei Schülern, Lehrern und Eltern.

In diesem Fall liege ein Verdacht einer räuberischen Erpressung vor. Für so eine Tat könne das Jugendgericht, sollte eine schädliche Neigung des Jugendlichen vorliegen, eine Haftstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren vorsehen, so Staatsanwältin Ines Leonhard. Im für einen jugendlichen Täter glücklichen Fall kommen "nur" Weisungen und Auflagen in Betracht.

Am Samstag wurde der Jugendliche dem Haftrichter vorgeführt, der den dringenden Tatverdacht anhand der Beweise bejahte und eine Unterbringung in einem Heim der Jugendhilfe anordnete. Innerhalb des Heimes wird er auch beschult werden. Seine alte Schule besucht er derzeit nicht. Erziehung und Resozialisierung stehen nach Jugendstrafrecht im Vordergrund. Cornelia Henze