Schülersprecher Lenny Roth tritt von allen Ämtern zurück

In der Schülerszene sorgte zu Jahreswechsel die Message, die Lenny Roth in den sozialen Netzwerken verbreitete, für Verwunderung und Überraschung. Der 18-Jährige ist von allen Ämtern in Kreis- und Landesschülerrat zurückgetreten. Nur der CDU bleibt er treu.

Von Cornelia Henze

Ellefeld/Plauen Als Gründe nennt der Ellefelder die Vorbereitung aufs Abi in diesem Jahr. "Und ich möchte mir eine Auszeit schaffen, ehe das Berufsleben losgeht", sagt der Vorsitzende des Kreisschülerrates - nun a.D. Sein Amt als Schulsprecher im Pestalozzi-Gymnasium Rodewisch hat Lenny Roth bereits zu Schuljahresbeginn im August 2020 abgegeben. Zwei Jahre war er dort Schülerratsvorsitzender, und drei Jahre engagierte er sich dort im Schülerrat. Sein Auftstieg in höhere Schülergremien geschah zügig: 2020 wurde er zum Kreisschülerratschef gewählt, im Landesschülerrat und Landesbildungsrat wurde er Mitglied. Auch in der Jugendinitiative seines Heimatortes "Junges Ellefeld" mischte Lenny Roth als deren Vorsitzender öffentlichkeitswirksam mit vielen Aktionen mit. Nun wirft der 18-Jährige mitten im Schuljahr alle Ämter - ebenso das bei "Junges Ellefeld". Lenny Roth nennt Stress und Auszeit als Gründe. "Ich mache gar nichts mehr, abgesehen bei der CDU in der Jungen Union." Schon bei seiner Wahl als Kreisschülersprecher habe er den Vorstand darauf hingewiesen, dass ein vorzeitiger Rücktritt aufgrund zu vieler Verpflichtungen möglich sein könnte. "Aber dennoch waren viele sehr enttäuscht, dass ich ausscheide. Wir kennen uns alle schon sehr lang, sind wie eine Familie."


Mit seiner Art, Probleme offen und kritisch anzusprechen, und das auch medienwirksam über Zeitungen, Radio- und TV-Sender sowie im Internet, setzte Lenny Roth in den vergangenen ein, zwei Jahren ein Achtungszeichen, das besonders bei Schülern gut ankam - teils bei Lehrern weniger. Lenny: "Ích war oft unbequem." Das habe er von manchen Lehrern in seinem Gymnasium manchmal unterschwellig zu spüren bekommen. Vor allem sein Eintritt in die CDU habe ihm nicht immer Freunde gemacht. Angeeckt ist der Zwölftklässler mit Kritik, dass manche Lehrer zu lasch mit den Corona-Regeln umgingen, im Unterricht selbst keine Maske trugen und selbiges auch nicht von ihren Schülern verlangten. Ein schlecht funktionierender Schulbusverkehr sowie Homeschooling ohne Digitalunterricht und digital wenig affine Lehrer waren weitere Kritikpunkte.


Nach dem Abi will Lenny Roth eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten machen, danach berufsbegleitend studieren. Nun wolle er erst mal Geld verdienen - das Argument, weshalb er sich gegen ein Pädagogikstudium entschieden hat. Lenny Roths ganz großer Wunsch ist es, später in die Politik zu gehen.