Schreiben von VW lässt Plauen hoffen

Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer setzt auch nach der Verkleinerung des Neoplan-Werkes Hoffnung in den Produktionsstandort. Dafür beruft er sich auf ein Schreiben des VW-Chefs Martin Winterkorn.

Plauen - VW prüfe die Ansiedlung weiterer Lieferanten für den Volkswagen Konzernverbund heißt es in dem Schreiben, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. Konkrete Pläne nannte die Volkswagen AG nicht. "Es ist die Absicht von VW, die Region zu stärken. Wie dies erfolgt, wird derzeit geprüft", sagte ein Sprecher auf Anfrage. Oberdorfer hatte sich in einem Schreiben vom 10. Juni sowohl an VW als auch an den Freistaat gewandt.

Ursprünglich war geplant, den Standort des Münchner Lastwagen- und Maschinenbauers MAN in Plauen komplett zu schließen. Stattdessen soll nun in dem Werk ein "Bus Modification Center" entstehen, wo ab Mai 2015 Linien- und Reisebusse ausgestattet werden. In dem Center sollen 140 der bisher 420 Mitarbeiter einen Job finden. Die anderen erhalten ein Angebot im Werk von VW in Zwickau. "Der Prozess läuft bereits", erklärte ein Sprecher von VW Sachsen. "Der Standort Plauen sowie die vorhandenen Fachkräfte sind für Volkswagen auch in Zukunft unverzichtbar."

Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) forderte in seinem Antwortschreiben an die Stadt Plauen, "dass das Angebot an die Beschäftigten der Neoplan Bus GmbH, über eine vergleichbare Tätigkeit bei Volkswagen in Zwickau, nur ein Teil für eine Gesamtlösung sein kann und dass so viele Arbeitsplätze wie möglich am MAN-Standort erhalten bleiben". Vor allem angesichts der vom Freistaat bisher gewährten Zuschüsse für Neoplan, hieß es.

Nach Aussage von Neoplan-Betriebsrat Marcus Galle soll bis zum 25. Juli jeder in der Belegschaft seinen künftigen Arbeitsplatz in den Händen halten. "Es ist eine gespannte Erwartungshaltung auch bei den 200, die in Zwickau eine vergleichbare Tätigkeit angeboten haben wollen", so Galle.

Volkswagen Sachsen beschäftigt in dem Zwickauer Werk derzeit 7.150 Mitarbeiter. Da ab Ende Oktober auch der neuen Passat Variant m Zwickauer Werk gebaut wird, sollen 800 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Deshalb konnte der VW Konzern, zu dem über MAN auch Neoplan gehört das Übernahmeangebot unterbreiten.

Interessant ist für den Standort Leuchtmühlenweg, wie es mit den geplanten Investitionen weitergeht. Das Millionen teure Lackierzentrum steht kurz vor der Fertigstellung. Da es aber noch keine Klarheit über das endgültige Geschäftsmodell - Luxusaufbau oder/und Sanierung von Bussen - bestehe, sei auch nicht abzusehen, ob die hochmoderne Lackiererei gebraucht werde. Bis zum 1. Januar 2015 läuft noch die Neoplan-Busproduktion. "Wir wollen ein echtes Nachfolgeprodukt", so Galle. M. T.