Schönheit, Sex, Satire in Plauen

Helmut Pöschel, auch genannt "Humus", dreht seit Jahrzehnten Filme. Angefangen hat es mit 8-mm-Kameras und heute sind die digitalen Medien sein Werkzeug.

Plauen - Eigentlich hat der Rentner aus Würchwitz Lehrer für Biologie, Chemie und Kunst studiert. Die Filmerei und da besonders kurze humorvolle Filmchen, die offenherzig eine eindeutige Sprache sprechen, betreibt er als Hobby. Am Dienstag zeigte er einige seiner Arbeiten im Speiseraum der Arbeitsloseninitiative Plauen.

Egal, ob es ein Besuch beim Zahnarzt war oder eine Schornsteinfegerin zum Bäcker kam, Sex stand immer im Raum. "Wir zeigen keine Werkzeuge der Fortpflanzung, aber die Gedanken zu den Bildern kann sich jeder selbst machen", kommentierte er das Gezeigte.

Pöschel war mit seinen Kurzfilmen bereits zu DDR-Zeiten auf vielen Festivals und hat immer wieder Preise mit ins Thüringer Land gebracht. Vor 35 Jahren entstand "Der erneute Versuch der Menschwerdung".

Ein Schauspieler, der nur mit seiner Mimik und Körperhaltung als Affe aus der Ostsee kam, wurde zum jungen Mann. Als er jedoch die DDR-Realität erblickte, verwandelte er sich zurück und verschwand wieder im Wasser. Mit diesem kurzen Streifen belegte Pöschel den 2. Platz bei einem Festival in Wien. "Der Regierung hat das gar nicht gefallen", so sein Kommentar.

Abschluss des einstündigen Vortrages war der Film über zwei ältere Menschen. "Jungbrunnen" hatte er ihn 1976 genannt. Gedreht wurde im Staatsjagdgebiet bei Berlin und die Darsteller waren der bekannte Schmetterlingsforscher Ernst Urbahn und seine Frau Herta. Die beiden 90-Jährigen zeigten sich, wie sie die Natur geschaffen hat.

Sie schwammen im See, fütterten die Fische und zeigten eine innige Zuneigung, wie sie in diesem Alter selten zu sehen ist. "Der Film soll Mut machen, alt zu werden", schloss Helmut Pöschel seinen Vortrag.