Schönecker Schulanbau bringt Freude

Schöneck Allen Beteiligten war Freude ins Gesicht geschrieben. Allen voran Schulleiter Markus Kugler, für den dieser Termin wirklich der Wahnsinn war, denn, wie er später anmerkte, habe im Februar 2017 noch niemand gewusst, wo die Schüler für das damals frisch aus der Taufe gehobene berufliche Gymnasium perspektivisch unterrichtet werden sollen. Nicol Georgi, Geschäftsführerin des Obervogtländischen Vereins für Innere Mission (OVV) als Schulträger, fiel vor allem erst mal ein Stein vom Herzen. Denn noch tags zuvor wurde gemalert und erst die Möbel angeliefert. Sie gab einen kurzen Abriss über die Entwicklung der Oberschule seit ihrer Eröffnung mit einer Klasse 2005, die damals auf sehr wackeligem Fundament stand. Dabei dankte sie dem Vorstand des OVV für das Vertrauen in die Entscheidung zur Eröffnung der Schule und zugleich den Eltern, die ihre Kinder im Vorfeld trotz ungewisser Zukunft hier angemeldet hatten. Ihr besonderer Dank galt dabei dem Landtagsabgeordneten Andreas Heinz für Vermittlung mit dem Kultusministerium. Dort hielt sich die Begeisterung für eine private Schönecker Oberschule wohl in Grenzen. Und sie dankte der Stadt für die immerwährende uneingeschränkte Unterstützung. Heute habe man nicht nur die dreizügige Oberschule mit Außenstelle in Bad Elster mit insgesamt 450 Schülern, sondern auch das Gymnasium mit derzeit 50 Schülern. Aus diesem Grund firmiere man heute als Evangelisches Schulzentrum Oberes Vogtland, so Nicol Georgi, deren Dank ebenso dem Planungsbüro Groth und Küllig aus Auerbach galt, das selbst unter schwierigen Winterbedingungen den termingerechten Bauablauf seit September 2017 für den Anbau sicherte. Landrat Rolf Keil blickte ebenfalls zurück. Im Jahr 2000 habe die Schulbehörde den Liebesentzug für die staatliche Mittelschule verkündet, was deren Ende und eine Katastrophe für die Stadt bedeutete. Damals habe er als Bürgermeister der Stadt in Sachsen evangelische Mittelschulen besucht und festgestellt, dass das Konzept funktioniert. Und so konnte mit dem OVV, der in Sachen Schule jedoch noch keinerlei Erfahrung hatte, eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen werden. Aber: Wie finanziert man die ersten vier Jahre ohne Zuschüsse? Auch hier ging die Stadt auf volles Risiko und unterzeichnete eine Vereinbarung über die Deckungslücke von 400.000 Euro für die ersten vier Jahre. Doch glücklicherweise lösten sich alle Bedenken in Wohlgefallen auf, und bereits im zweiten Jahr gab es Zweizügigkeit. Heute reiche das Einzugsgebiet der Schüler von Bad Brambach bis Mechelgrün, wobei die Anzahl der Schüler auch ein großes Verdienst des Schulleiters Markus Kugler sei. "Zusammen mit der staatlichen Grundschule ist hier ein wahres Schulzentrum entstanden, ein Schmuckstück, das sich sehen lassen kann", schwärmte Schönecks Bürgermeisterin Isa Suplie. Nun bekäme man noch den Anbau an die Turnhalle. Man spüre wirklich ein Stück Aufbruchstimmung. Und im Namen der Schüler brachte Abiturientin Laura Morgner ihren Dank und ihre Freude zum Ausdruck. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde durch den Schulchor und einem eindrucksvollen Gesangsbeitrag von Elena und Grace Georgi. Das Schlusswort blieb Pfarrer a.D. Andreas Türpe mit einem gemeinsamen Gebet vorbehalten. Er wies darauf hin, dass die Schule auch wegen der Vermittlung christlicher Werte so beliebt sei. Und er ging schon mal auf die Baumpflanzung im Gelände im Anschluss ein. Warum pflanzen wir einen Baum? Wachstum braucht Zeit, aber eines Tages werden wir wunderbare Früchte ernten, spann er den Vergleich zur Schule, wobei der Chor aus Schülern und Lehrern die Veranstaltung mit Hallelujah, Salvation und Glory passend abschloss. Nach der Baumpflanzung hatten die Besucher die Möglichkeit zur Besichtigung des Neubaus. Insgesamt 4,8 Millionen Euro seien in den fünfstöckigen Anbau geflossen, davon 30 Prozent Fördermittel und weitere 500.000 in die Ausrüstung, davon 285.000 Euro aus dem Digitalpakt, informierte Nicol Georgi. Im Gebäude stehen neun Klassenzimmer zur Verfügung, davon drei für das Gymnasium. Außerdem gibt es neue Zimmer für Schulleitung, Sekretariat und Lehrer. Ganz neu sind ein Schulclubraum, ein Fitnessraum, ein Andachtsraum und die Aula, die zugleich Speisesaal ist.