Schöneck lehnt Windräder ab

Die Front gegen Windräder wächst im Vogtland. Nun lehnte auch der Schönecker Stadtrat ab.

Schöneck - 240 000 Touristen übernachten jährlich in der Stadt Schöneck und der Felsen "Alter Söll" und das Gebiet um das IFA-Hotel "Hohe Reuth" sind wichtige Aussichtspunkte im oberen Vogtland. Deshalb entschieden sich 11 der 13 anwesenden Stadträte am Dienstagabend gegen Bebauungsflächen für Windräder, die im Regionalplan Chemnitz aufgeführt werden.

In einer Stellungnahme bezeichnet sich die Stadt hochgradig vom Tourismus abhängig. Seit Jahren werde mit dem Slogan "Balkon des Vogtlandes" geworben. Vor allem der Fernblick in Richtung Süden und Westen solle daher unverbaut bleiben. Die ausgewiesenen Windräder-Potenzialflächen befinden sich nach dem Entwurf des Regionalplanes bei Arnoldsgrün, zwischen Schilbach und Willitzgrün und bei Gunzen. Diese Flächen lägen in Landschaftsschutzgebieten oder im Fünf-Kilometer-Radius des "Alten Söll", begründete der Stadtrat seine Ablehnung. Ähnliche Bedenken gab es bei der Ablehnung der Fläche an der Gopplasgrüner Höhe, die zur Stadt Markneukirchen gehört. "Von unseren Aussichtspunkten wären diese mächtigen Anlagen gut sichtbar, immerhin würde es sich um Windanlagen handeln, die bis zu 200 Meter hoch wären", sagt Isa Suplie, Bürgermeisterin von Schöneck.

Eine andere Meinung vertrat Stadtrat Bernd Ebert: "Wir alle sind für alternative Energien, wollen aber keine Windräder. Diese gleich abzulehnen, halte ich für falsch. Es gibt auch Orte, wo sie nicht stören würden", sagt er. Weitere Tagungspunkte waren die Billigung des geänderten Flächennutzungsplanentwurfes der Verwaltungsgemeinschaft von Schöneck und der Gemeinde Mühlental und der Entwurf für den Bebauungsplan des Wohngebietes "Waldblick". Beide wurden vom Stadtrat einstimmig beschlossen. Abschließend informierte die Bürgermeisterin über Abweichungen im Haushaltsplan 2013. Danach hat die Stadt 120 000 Euro weniger zur Verfügung als ursprünglich vorgesehen. Isa Suplie äußerte sich auch zum Hochwasser im Juni dieses Jahres. Es habe in der Stadt nur geringe Schäden gegeben. Einen Dank sprach sie den Feuerwehren aus, die auch anderen Gemeinden schnell geholfen hätten.