Schönbrunn will, Oelsnitz würde, Bösenbrunn müsste

Die Eingemeindung des Ortsteils Schönbrunn nach Oelsnitz beschäftigt weiter die Gemeinderäte von Bösenbrunn. Oelsnitz würde es gefallen. . .

Bösenbrunn - Die im April aufgekommene Diskussion in der etwa 1300-Einwohner zählenden Gemeinde Bösenbrunn hält unvermindert an. Rückblick: Schönbrunner Bürger wollen die Eingemeindung ihres Ortes (etwa 400 Einwohner) nach Oelsnitz und erhoffen sich durch eine sogenannte Kopfprämie vom Land Sachsen finanziell bessere Möglichkeiten. Dafür wurden weit über 200 Unterschriften gesammelt.

Für viele Schönbrunner sind sicherlich auch die geografische Nähe zur Stadt und berufliche sowie private Kontakte ein weiterer Grund. Der Ort liegt nach der letzten Gemeindegebietsreform 1994 mit den beiden anderen Hauptorten Bobenneukirchen und Bösenbrunn in Sichtweite und nur einen Katzensprung von Oelsnitz entfernt. Vielen Älteren ist, wenn auch lange her, zudem immer noch ein Dorn im Auge, dass sich das Gemeindeamt nicht wie einst geplant im zentralen Bösenbrunn, sondern in Bobenneukirchen befindet.

Da aber Schönbrunn laut Kommunalamt des Landkreises alleine nicht wechseln kann, weil der Rest der Gemeinde auf Grund zu geringer Einwohnerzahlen handlungsunfähig wäre, steht nun die Eingemeindung der gesamten Gemeinde zur Debatte. Bürgermeister Jürgen Reichelt will sich dieser Debatte nach eigenen Worten nicht verschließen, aber: "Ich glaube nicht, dass es dadurch besser wird", sagte er jüngst.

Jetzt liegt die Entscheidung bei den Gemeinderäten, die sich bisher mit Statements zurückhielten. Bei einem Informationsaustausch am Dienstag sagte der Oelsnitzer Oberbürgermeister Mario Horn, man stehe der Sache aufgeschlossen gegenüber und warte die Entscheidung der Bürger und Räte der Gemeinde Bösenbrunn ab. Nicht mehr und nicht weniger. Erst dann sind Details und Einzelheiten zu klären. Eine Ablehnung würde es seiner Meinung nach nicht geben. Damit steht fest, dass am 9. Juli das Thema zur nächsten Ratssitzung in die nächste Runde geht. S.W.