Schneckenstein buhlt um UNESCO-Titel

Kulturhistorisch und landschaftlich einzigartige Stätten gibt es weltweit 936 - davon 36 in Deutschland. Nun wollen zehn neue Stätten aus Sachsen auf die Weltkulturerbe-Liste. Darunter der Topasfelsen "Schneckenstein". Ehrgeizig vorangetrieben haben die Bewerbung dazu seit längerer Zeit Jens Pfretzschner, Chef der Vogtland Kultur GmbH, und der Leiter der Grube Tannenberg Steffen Gerisch. "Würden wir den Titel verliehen bekommen, wäre unser Felsen noch besser geschützt", sagt Gerisch, der am liebsten den gesamten Stein unter Glas setzen würde.

Denn: Noch immer treiben sich Gesteinsräuber dann und wann um den Felsen herum, "bewaffnet" mit Hämmerchen und Werkzeug, mit denen sie die kostbaren Topase aus dem Stein treiben wollen. Zwar schützt seit Jahren ein Zaun vor Steinedieben und Glücksrittern - doch auch dieser bekommt manchmal ein Loch. "Die Gier der Menschen kennt keine Grenzen. Dabei sollte doch dieser einzigartige Felsen auch nachfolgenden Generationen erhalten bleiben", sagt Gerisch, der sich seit 1996 am Schaubergwerk "Grube Tannenberg" und Schneckenstein engagiert. "Nach der Wende war der Gesteinsraub ganz extrem.

Da kamen vor allem die Holländer und hätten uns den Stein fast weggepickt", erinnert sich auch Jens Pfretzschner. Käme der Topas-Felsen auf die UNESCO-Welterbe-Liste, so verspricht man sich im Vogtland einen noch stärkeren Touristen-Sog. "Der Eintrag auf der Unesco-Liste wäre ein Meilenstein für unseren Tourismus", weiß Pfretzschner. So zog man für eine Expertise den Geologen Klaus Erler aus Berlin hinzu, lieferte historische Daten und versuchte bei der Bewerbung mit der touristischen Vermarktung des Schneckensteins zu überzeugen. Vom Sächsischen Staatsministerium habe man bereits bestätigt bekommen, dass der Schneckenstein Weltkulturerbe-Potenzial besitze. Die erste Hürde sei also genommen, sagt Gerisch froh.

 

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