Schmuck erinnert an Katastrophe

Zwei Überlebende standen am Samstag vor dem Eingang des Vogtlandmuseums in der Nobelstraße in Plauen, adrett gekleidet, das graumelierte Haar hübsch zurecht gemacht. Helen Charles, heute 70 Jahre alt, war zum Zeitpunkt des Unglücks gerade fünf Monate alt. Josephine Pratchett, heute 84 Jahre alt, war zum Unfallzeitpunkt 14 Jahre. Beide sind nun bereits zum zweiten Mal in die Spitzenstadt gereist, dismal anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der International Submarine Connection des Vereins U 156 Plauen.

Genutzt werden soll dieser Tag, um im besonderen Ambiente des Festsaales des Museums des U-Boot-Kapitäns und seiner mutigen Tat zu gedenken. Wie der Geschäftsführer des 2002 gegründeten Freundeskreises, Wilfried Pönitz, erklärte, hat der Verein für die Feierlichkeit einen würdigen Rahmen gesucht. Rund 30 Gäste, darunter auch zahlreiche Persönlichkeiten aus dem Ausland, verfolgten die Zeremonie, bei der ein eigens für Hartenstein gedichtetes musikalisches Requiem präsentiert worden ist. Im Anschluss stand ein gemeinsames Abendessen auf dem Programm.

In der Nacht des 12. Septembers 1942 torpedierte der am 27. Februar 1908 in Plauen geborene U-Boot-Kapitän Werner Hartenstein vor der Küste Westafrikas den mit 18 Geschützen ausgestatteten Truppentransporter RMS Laconia mit seiner U 156 Plauen. Von den rund 3000 Menschen - darunter mehr als 1800 italienische Kriegsgefangene - die sich an Board des ehemaligen Luxusliners befanden, konnten im Bombenhagel der Air Forces über 1000 Menschenleben gerettet werden. Einen großen Anteil an der Rettungsaktion der Schiffbrüchigen hatte dabei Hartenstein.

Zu diesem besonderen Anlass schmückte eine alte Kette das Dekolleté Josephine Pratchetts. "Meine Mutter übergab es mir auf dem Rettungsboot aus ihrer Handtasche", erinnert sie sich. "Auch die Ohrringe, die ich heute trage, sind von ihr."