Schmackhaftes aus dem Kellergewölbe

24 Kalendertürchen, 24 Geschichten, 24 Gewinne: Jeden Tag fliegt eine Eule aus der Drechslerei Kuhnert Rothenkirchen zu einem unserer Leser. Heute schaut sie in einer Bäckerei beim Brezelbacken zu.

Von Jochen Pohlink

Mühltroff "Der Brauch, Weihnachtsstollen schon frühzeitig zu backen, um ihn in Holzwannen im Keller mehrere Wochen reifen zu lassen und ihm damit Geschmack und den richtigen Biss zu geben, war in den Haushalten der Familien schon zu Urgroßmutters Zeiten gang und gebe. Die moderne Zeit hat ihn schon fast in Vergessenheit geraten lassen", sind sich die Bäcker sicher. Nicht so, die der Mühltroffer Landback, denn seit dem vorigen Jahr schaffen deren Mitarbeiter Mitte Oktober 50 Stollenlaibe in die Gewölbe des Mühltroffer Schlosses. Wie der Verkauf seit dem 1. Dezember zum Stollenanschnitt des Schlossfördervereins zeigt, war das auch in diesem Jahr eine gute Idee.
Doch nicht nur mit Stollen punktet die Genossenschaft: Neben sechs Sorten Brot und acht Sorten Semmeln gehen täglich größere Mengen von Plätzchen über die Ladentische, die in manueller Kleinarbeit variationsreich von Steffi Pomsel auf die Bleche gebracht werden. Dazu gesellt sich der Verkauf von mehr als 15 Sorten Kuchen und die Anfertigung von Torten auf Kundenwunsch. Nicht in Vergessenheit geraten ist auch das Wahrzeichen des Handwerks, welches im Zunftzeichen zwischen zwei aufrechtstehenden, schwertführenden Löwen gehalten wird: Die Brezel. Auf Wunsch wird sie auch heute noch ausgebacken. Zur Anfertigung ist ein wenig Übung notwendig, denn nur mit dem richtigen Schwung, kann man sie formen: Ein lang ausgerolltes Stück Teig wird an beiden Enden gefasst, im Bogen geformt und durch die Verkreuzung beider Enden im Inneren gebildet. Die Geschichte der GmbH geht weit in die Vergangenheit zurück: 1735 wurde der Vorläuferbetrieb an gleicher Stelle in Mühltroffs heutiger Hauptstraße als Handwerksbäckerei gegründet und über viele Generationen bis zur Gründung der Produktionsgenossenschaft Mitte der 60er Jahre im Familienbesitz fortgeführt. Die Umwandlung in die Mühltroffer Landback GmbH erfolgte dann 1991", erzählt Karin Weigelt. Seit 41 Jahren gehört sie dem Betrieb an und leitet ihn seit fünfzehn Jahren als Geschäftsführerin. Elf Beschäftigte in der Backstube und den Verkaufsstellen sorgen täglich für das Angebot.
Inzwischen gibt es auch zwei Filialen in Mehltheuer und seit kurzem in Leubnitz: "Für uns war es wichtig, nach der Schließung der Bäckereifilialen in Rodau und Leubnitz die Einwohner wieder mit frischem Brot, Semmeln und Backwaren zu versorgen", sagt die Geschäftsführerin. Ergänzt durch eine rollende Filiale die ihre Waren in Langenbach, Schönberg und Mielesdorf anbietet, beabsichtigt der Betrieb gegenwärtig nicht, weitere Außenstellen einzurichten.

Kalenderblatt 16

Wieviel Stollenlaibe schaffen die Mitarbeiter der Landback seit dem vorigen Jahr Mitte Oktober in die Gewölbe des Mühltroffer Schlosses? Wer das weiß, schreibt die Antwort auf eine Postkarte an: Vogtland-Anzeiger, Postplatz 12, 08523 Plauen, sendet sie uns per Mail unter redaktion@vogtland-anzeiger.de oder antwortet auf unserer Facebook-Seite unter dem Kennwort: Kalenderblatt 16. Einsendeschluss: 18. Oktober.