Schlossgespenst spukt im Netzschkauer Festumzug

Das Jubiläum feierten die Netzschkauer am Wochenende ganz groß.

Der Startschuss fiel am Freitag bei einer Festveranstaltung im Schloss. Dort erinnerte Bürgermeister Werner Müller an die Erfolge auf dem langen Weg von der Besiedlung bis heute. Ein Höhepunkt war sicherlich der Auftritt des Chores der Grundschule und des Männerchores Limbach.

Sie sangen die erst jetzt wieder ans Licht geholte Stadt-Hymne "Mei Netzschke". Außerdem eröffnete Müller im Schloss die Ausstellung "Aus Netzschkaus Stadtgeschichte", die einen Abriss von der Zeit des Schlossbaus unter Caspar Metzsch über die Aktivitäten der Familie Bose bis zur Industrialisierung zeigt. Als Gast begrüßte er einen Nachfahren der Schlossherren, der heute in München lebt.

Kinderfest, Volksmusiknachmittag und OB-Live-Konzert am Samstag erfreuten sich zahlreicher Besucher. Der Wettergott hatte ein Einsehen. Nur am Sonntag ärgerte er die Netzschkauer und ließ Regentropfen genau in dem Moment fallen, als der Festumzug begann. Besucher wie Teilnehmer konnten sie aber nicht verdrießen. Sie harrten aus bis die Geschichte von Netzschkau in 50 Bildern vorüber gezogen war.

Organisiert hat Christian Müller, der Wirt der Kuhbergbaude, den Umzug. Seit fast einem Jahr laufen bei ihm die Fäden zusammen. Das kostete ihn manche Stunde Arbeit. Die Kuhbergbaude nahm auch selbst am Umzug teil. Müller hatte einen Wagen gestaltet, auf dem der Bismarckturm zu sehen war. Den ersten Festumzug seit zehn Jahren führte Bürgermeister Werner Müller an. Er saß in einer historischen Kutsche.

Als Gäste hatte er auch seine Amtskollegen aus Reichenbach und Elsterberg eingeladen. Diese Gastfreundschaft zog sich dann durch den gesamten Umzug. Und so nahmen die Schalmeienkapelle und die Neuberin in historischem Kostüm aus Reichenbach, der Spielmannszug aus Kirchenlamitz (Oberfranken), der Elsterberger Trachtenverein, ein Wernesgrüner Brauereigespann und die Karnevalsgesellschaft aus Greiz daran teil.

Daneben war gefühlt halb Netzschkau beim Umzug dabei. Sie boten ein Schlossgespenst und einen Ritter mit der Stadturkunde auf. Sie zeigten die alte und die neue Schlosskirche und die alte und neue Schule. Die Brockauer Geflügelzüchter ließen Tauben fliegen, die Damen vom Pflegeteam pflegten Passanten, die die Straße säumten und Fleischer Döhler lud zur Verkostung einer Riesensalami ins Bierzelt ein.

Nach dem einstündigen Umzug leerten sich die Straßen rund um den Kreisverkehr und die feierlustigen Gäste zogen ins Bierzelt. Dort erwartete sie die Reichenbacher Schalmeienkapelle und die "Firebirds".