Schloss-Perspektiven im Freilicht-Atelier

Die Stille auf den Wällen von Schloss 
Voigtsberg am lauen Sommerabend trügt. Im Graben zu Füßen der Burg wird intensiv gearbeitet. Der Zeichenzirkel Oelsnitz hat sich - mit Klappstühlen und Wasserflaschen ausgestattet - das Areal als Freilicht-Atelier erkoren, während der sonst genutzte Klassenraum in den Schulferien Pause hat. Donnerstagabend hat Zirkelchef Alfred Pflug das Thema "Perspektive" ausgegeben. Die mittelalterliche Burg mit ihrem robusten Mauerwerk, Türmen, Vorsprüngen und Nischen in Licht und Schatten getaucht, bietet ein dankbares Objekt zum Perspektive-Zeichnen. Während sich in den Straßen der Stadt stickige Luft sammelt, weht hier oben ein angenehmer Wind, aber auch ein kritischer Geist. Darstellungen, welchen es nicht gelingt, ein dreidimensionales Bild zu vermitteln, sind für Pflug "naive Malerei". Zirkelteilnehmerin Heike Naumann sieht es nicht so ernst. Sie hat den "Schokoladenblick" des Schlossensembles - Bergfried und Pallas - mit dem Zeichenstift in eine märchenhafte Kulisse verwandelt. Text/Bild: Renate Wöllner