Schiller-Bote ist beste Schülerzeitung

Ein Tröpfchen Bubble-Kindersekt sprudelte Samstag in der Rodewischer-Schillergrundschule: Die Redakteurinnen der Schülerzeitung "Schiller-Bote" feiern ihren ersten Platz, den ihre Schülerzeitung beim Sächsischen Jugendjournalismuspreis verliehen bekommt.

Rodewisch Ein Blick in im Schulhaus stehende Vitrine der Schülerzeitung lässt staunen: Glänzende Schreibfedern und Urkunden für einen ersten, vier zweite, einen dritten, sowie ein erster und zwei zweite Plätze für Einzelbeiträge reihen sich aneinander. Kaum scheint mehr Platz für die neue "Feder", auf deren Ankommen Helena Schmieter, Lucy Baumann, Emma Wolf, Melina Glaäß und Lilly-Mae Fischer nun sehnlichst warten. Und natürlich auf die 500 Euro Preisgeld für den ersten Platz in der Kategorie Schülerzeitung Grundschulen.
Die fünf jungen Redakteurinnen jubeln, als Lydia Herms, die Moderatorin der Preisverleihung, den Namen der Rodewischer Schülerzeitung nennt und die Laudatio verliest. Zum zweiten Mal kommt die Preisverleihung via Zoom-Schalte in die Klassenzimmer und Redaktionsräume. 82 Schülerzeitungen und Einzelbeiträge aus ganz Sachsen haben den von sächsischer Jugendpresse und Kultusministerium ausgelobten Wettbewerb erreicht - ein Tick mehr als im vorigen Jahr, wie der Veranstalter verlautbart. 23 Preise wurden vergeben. Trotz des durch Corona ausgelösten Unbills, wie Homeschooling und Wegfall von Ganztagsangeboten, haben sich Sachsens Nachwuchsjournalisten nicht davon abbringen lassen, für ihre Schülerzeitungen zu recherchieren, schreiben und zu fotografieren.
Auch an der Rodewischer Schiller-Grundschule war das so. Die von Marina Beyer und Cornelia Henze geleitete Redaktion war als erste unter allen Ganztagsangeboten in diesem Frühjahr am Start. Von dahin hieß es, sich zu sputen, um rechtzeitig eine Ausgabe für den Wettbewerb fertig zu bekommen. Viele Themen haben sich in der "stillen Zeit" sozusagen auf der Schultreppe aufgestaut, welche die Zweit- bis Viertklässler pfiffig aufnahmen: Schüler und Lehrer berichten darüber, wie froh sie waren, sich nach Monaten wiederzu sehen. Viele Kinder haben ihre Freunde vermisst, das Spielen auf der Hofpause, das Quatschen mit dem Banknachbarn, Schulklingeln und Mittagessen in der Schulkantine.
Emma Wolf berichtet im Interview mit Lydia Herms über ihren Recherche-Alltag: Da war die Sonnenfinsternis, deren Beobachtung als Astro-Thema im Schiller-Boten auftaucht, oder das Eis zum Kindertag, endlich wieder eine Klassenfahrt nach Dresden, das neue Insektenhotel und die gerade erst angekommenen Schullaptops. Zehn neugierige Redakteurinnen haben den Schulimkern in den Bienenstock geschaut, geben Tipps für Sport und Bewegung und haben der neu sortieren Schulbibliothek einen Besuch abgestattet. Im Gespräch mit dem jungen Erzieher David haben die schreibenden jungen Damen erfahren, warum dieser so bunte Hemden trägt. Von einem spannenden Interview über ein Auslandsjahr in Kenia zeigte sich die Wettbewerbsjury, bestehend aus jungen Journalisten aus Print, TV und Hörfunk, sehr angetan. "Ich freue mich total über den Preis", sagt Lilly-Mae Fischer, eine der jüngsten im Redaktionsteam. Im neuen Schuljahr ist Lilly-Mae als nun schon "alter Hase" wieder mit dabei. Einige der Redakteurinnen haben die Redaktion wegen des Wechsels auf Oberschule und Gymnasium verlassen. Folgenden jungen Journalisten soll der Preis Ansporn sein, kritisch und neugierig aus der Schule zu berichten. cze