Schilder gegen Müllionäre

Es ist ein ärgerliches Thema in Plauen: Müllplätze quellen über, Bürger sind erbost, der Abtransport durch den Vogtlandkreis klappt nicht, so der Vorwurf. Nun nimmt sich die Stadtverwaltung des Problems an.

Von Frank Blenz

Plauen Die Abfallentsorgung für Plauen liegt in der Verantwortung des Vogtlandkreises. Früher wurde dies von der städtischen Abfallentsorgungsfirma erledigt. Im Aufgabenbereich "Müll" befinden sich auch die zentralen Sammelplätze. Mehr als 30 Müllsammelplätze sind auf das Stadtgebiet verteilt. Mal mehr, mal weniger ordentlich sind die Zustände an, auf und um die verschiedenen Behältnisse und Flächen, doch zunehmend ist eine regelrechte Vermüllung zu beobachten. Um die Container und Behälter stapeln sich Unrat, Gegenstände, Möbel und Wertstoffe. Warum häuft sich der Müll und warum wird keine Abhilfe geschaffen? So die viel gestellte Frage der Bürger an die Stadtverwaltung und den Vogtlandkreis.
"Wir wissen um die Probleme, es ärgert uns sehr, dass die Flächen so zugestellt sind und die Sachen nicht mit einem höheren Aufwand abtransportiert werden. Der Transport liegt an sich in der Verantwortung des Landkreises", sagt Kerstin Wolf, Baubürgermeisterin. Ein höherer Aufwand bedeutet aber auch, öfter die Flächen anzufahren. Doch das geschehe nicht, so Wolf und vermutet, dass der Landkreis mit seinen limitierten Einsätzen und der Reduzierung der Müllbehältnisse spare.
Jetzt reagiert die Stadt. In zwei Schritten. Seit vergangener Woche wurden von Mitarbeitern des Bauhofes Schilder an den Sammelplätzen angebracht, die die Nutzer auf die Rechte und Pflichten aufmerksam machen. "Wir wollen damit die Bürger informieren, was zu tun ist, damit die Plätze in einem ordentlichen Zustand bleiben", sagt Kerstin Wolf. " Außerdem werden wir durch die städtische Immobilien Service Plauen, die ISP, selbst in Aktion treten. Die Stadt nimmt eine Menge Geld in die Hand, damit die Flächen sauberer werden", so Wolf. Ausdrücklich kritisiert die Baubürgermeisterin das Verhalten von Bürgern, die ihren Müll einfach abladen und verschwinden.
Die Bürgermeisterin weiter: "Die Sachen müssen die Leute zur Abfallentsorgung Plauen oder anderen Anbietern bringen. Es ist ein Irrtum, wenn man meint, dass man an den Iglu-Standorten Müll entsorgen kann und es damit erledigt ist."
Der Landkreis macht in seinen Informationsblättern ebenfalls darauf aufmerksam: "Müll, Schutt und Unrat richtig entsorgen! Das Entsorgen von alten Schränken, Sesseln, Matratzen, Hausmüll, Chemikalien, Grün- und Schnittgut an den Containerstandplätzen ist verboten. Damit sich der Müll nicht an diesen Plätzen anhäuft, müssen Reinigungsfirmen anrücken und den Abfall fachgerecht entsorgen."
Die Stadt schreitet zur Tat. "Wir reagieren, weil die ganze Zeit wenig passiert und der Müll zunimmt. Der Landkreis hat von uns, der Stadt Plauen, die Flächen der Müllplätze kostenlos zur Bewirtschaftung überlassen bekommen. Doch der Kreis argumentiert, dass der unberechtigt gelagerte Müll auf diesen Flächen Stadtproblem sei, weil es sich um eine städtische Fläche handelt. Es ist ein juristisches Hin und Her. Das nützt aber dem Bürger nichts. Die Stadt macht den Job des Landkreises", so Kerstin Wolf.
Die Bürger seien in der Pflicht, so die Stadtangestellte, die an den Sammelstellen angebrachten Schilder mahnen: "Ablagern von Müll, Schutt und Unrat verboten! Zuwiderhandlungen können gemäß der Polizeiverordnung der Stadt Plauen als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldstrafe von bis zu 5.000 Euro geahndet werden."