Schaulaufen mit Vater & Sohn

Ganz schön schräg und auf die Spitze getrieben ist die Idee, 15 Figurenpaare von Vater und Sohn auf der Bahnhofstraße in Stellung zu bringen.

Von Marlies Dähn

Plauen - Neunmal Vater  & Sohn aus frischem Pappelholz geschnitzt auf der Bahnhofstraße in Plauen sind schon mal sicher. Finden sich noch sechs weitere Sponsoren der Plauener Unternehmerschaft, bevölkern bis April dann 15 Figurenpaare die Einkaufsmeile. Entstanden ist die Idee im Rahmen des Projektes "Plauen - schräg ist spitze", das 2016 beim Städtewettbewerb "Ab in die Mitte" prämiert wurde. Nun nimmt die Idee Gestalt an. Nicht etwa in Form von schmalen Pappkameraden kommen Vater und Sohn daher. Künstler Hartmut Rademann aus Schwarzenberg hat zu handfestem Material gegriffen und mit geschickter Hand aus frischem Pappelholz mannshohe Vaterfiguren und kindergroße Söhne geschaffen. Im Transporter rollten gestern zur Mittagszeit Künstler und einige der Kunstfiguren heran. 
Plauens Wirtschaftsförderer Eckard Sorger übernahm die Navigation zum Ort der Tat an der Ecke Bahnhofstraße/Stresemannstraße. Wenig später wurden die zentnerschweren Figuren vom Transporter gehievt, mittels Sackkarre fortbewegt und probeweise in der Fußgängerzone auf der Bahnhofstraße aufgestellt. Dort sorgten sie umgehend für einen ersten werbewirksamen Auftritt. 
Fotos wurden geschossen, die Fahrgäste in den vorbeirollenden Straßenbahnen verrenkten sich die Hälse während Vater und Sohn mit gelassener Mine den Wirbel um ihre Person verfolgten. 
 Diese Aufmerksamkeit ist auch gewollt, versicherte Karina Storm von der Agentur events perfekt, die das Projekt begleitet. Denn bisher konnten für neun der 15 vorgesehenen Vater und Sohn Figuren Besitzer gefunden werden. Als Sponsoren übernehmen sie die Kosten für die Figuren samt der Kosten für deren künstlerische Gestaltung. Wer sich dann für ein Figurenpaar entscheidet, kann auf eine Überraschung hoffen. Ergänzt wird die Skulptur dann mit einem Detail, das typisch ist für das jeweilige Unternehmen. Befindet sich zum Beispiel am Fuße des lebensgroßen Vaters ein Farbeimer, wie gerade in der Bahnhofstraße zu sehen, dürfte der Sponsor eventuell eine Maler GmbH sein. Zusätzlich wird auf dem Sockel eine Sponsoren-Tafel angebracht, sagt Karina Storm. 
"Wir haben für zwei Figuren Verantwortung übernommen", lässt außerdem Peter Kober wissen. 
Als Chef der Stadtwerke Strom Plauen hat er bekanntlich ein besonderes Verhältnis zu den Plauener Gallionsfiguren. Dank des flotten Pinselstrichs von André Wolf (Bretschneider) sind die Trafostation der Stadtwerke im Stadtgebiet mit e.o.plauen Bildern versehen. Für einige der Figuren hat der Plauener Künstler André Wolf übrigens auch die gestalterische Patenschaft übernommen. Denn im Moment sind die Holzfiguren noch unbehandelte Rohlinge. Später kommt laut André Wolf eine Harz-Schicht drauf, dann wird geschliffen, lasiert, erneut geschliffen bis ein seidenmatter Effekt entsteht. Vater und Sohn sind dann farbig und schön splitterfrei glatt. Entlang der Bahnhofstraße werden sie ab April aufgestellt. 
Entsprechend der Sondernutzungsverordnung der Stadt sind die Holzskulpturen vorerst nur bis Jahresende genehmigt. "Ob die Sondernutzung verlängert wird, wird sich zeigen. Freuen wir uns erstmal über den Start im April", erklärt auf Anfrage Wirtschaftsförderer Eckard Sorger. 

 

Paten gesucht

Wer neugierig geworden ist und auch Pate werden will, melde sich bei der Wirtschaftsförderung unter 03741/2911800 oder bei Karina Storm von der Agentur events perfekt unter 01717579477.