Schattenboxen ohne k.o. mit Chefin Ute Jähne

Zwota - Bereits seit Mai 2002 gibt es in Zwota im Gebäude des ehemaligen Cadi-Marktes die Vogtland-Reha. Zunächst beschränkte man sich hier auf Physio- und Ergotherapie sowie ambulante Rehabilitationsmaßnahmen für Berufsgenossenschaften, doch schon bald wurde das Angebot erweitert. Ergänzt wurde es im Bereich Physiotherapie beispielsweise durch die "cranio sakrale Osteopathie", wobei sich hinter diesem lateinischen Wortungetüm unter anderem die Wiederherstellung bestimmter Energieflüsse im Körper verbirgt. Mit dieser Methode werden oft erstaunliche Behandlungserfolge erzielt, wo klassische Verfahren versagen. Doch ebenso bereichern Wellnessangebote, etwa mit speziellen Massagen oder Infrarot-Wärmetherapien, Kosmetik, Fußpflege und Nagelmodellage heute die umfangreiche Palette. Außerdem gibt es Kursangebote im Präventionsbereich in Bezug auf Rückenschmerzen, Stress oder körperliche Fitness, die Nordic Walking, eine spezielle Gymnastik namens Pilates und mit Tai Chi ein entspannendes Schattenboxen beinhalten. Mit dem Angebot wuchs auch die Zahl der Mitarbeiter um Chefin Uta Jähne, von anfangs vier auf nun zwölf. Nur am Rand erwähnt werden soll der Verein für Gesundheitssport e.V., der seinen Sitz ebenfalls im Haus hat. Wie in anderen Wirtschaftsbereichen kommt natürlich auch im Bereich der Reha-Maßnahmen dem Qualitätsmanagement eine besondere Bedeutung zu, über dessen Einhaltung Mitarbeiterin Peggy Dunkel wacht. Und was sich in einem Produktionsbetrieb in der Einhaltung von Maßen oder der Nachweisführung der Qualitätssicherung ausdrückt, gilt in gleicher Weise für eine therapeutische Einrichtung mit anderen Qualitätsmerkmalen. Zu denen gehören etwa die Erreichung der Therapieziele, die Bereitstellung von Materialien und Geräten, die Durchführung der Therapie und Einhaltung der Zeiten, die Dokumentation der Behandlung e, u.a. der Patientenkarte. Weiterhin sind die Einhaltung der Hygienestandards, die Patientenzufriedenheit, die räumliche Ausstattung der Einrichtung sowie der Fortbildungsplan der Mitarbeiter nachzuweisen. Selbstverständlich gibt es für das Qualitätsmanagement eine internationale Norm, die DIN EN ISO 9001, die die allgemein gültigen Rahmenrichtlinien hierfür vorgibt. Wer sie erfüllt, kann sich nach dieser Norm zertifizieren lassen, was heute als hochwertiges Qualitätsmerkmal gilt. Und obwohl es keinen Zwang hierzu gibt, hat man sich in der Vogtland-Reha zu diesem Schritt entschlossen. Ein aufwändiges Verfahren, wie Peggy Dunkel erklärt und dabei auf dicke Aktenordner verweist, in dem unter anderem für jede einzelne Therapiemaßnahme Verfahrensanweisungen mit dazugehörigen Detailmaßnahmen enthalten sind. Wie streng die Zertifizierungskriterien sind kann man auch daran ermessen, dass die ersten Aktivitäten zur Zertifizierung bereits 2006 begannen. Im Februar 2009 wurde der Antrag eingereicht, woraufhin ein Beauftragter die Einrichtung vor Ort begutachtete. Am 23. Februar hielt Uta Jähne die begehrte Urkunde dann endlich in den Händen, die allerdings alle zwei Jahre aufs Neue verteidigt werden muss. Mehr Geld gibt es von den Kassen dafür nicht, wie Peggy Dunkel betont. In erster Linie stehe die Patientenzufriedenheit im Mittelpunkt, wobei man zudem Vorreiter auf diesem Gebiet sein möchte und das Qualitätssiegel ein Ansporn für alle Mitarbeiter sei. Dass Patienten die Einrichtung schätzen, zeigt sich auch daran, dass sie mittlerweile aus dem gesamten Vogtland kommen. Doch auf den Lorbeeren ausruhen möchte man sich in der Vogtland-Reha nicht und plant für Sommer beispielsweise die Durchführung von Wellness-Tagen.  H. Schlangstedt