Schatten über dem "Halbmond"

Gestrüpp und Trümmer, Rost und Schimmel überziehen das Areal. Ruinengänger haben Erinnerungsstücke gesammelt, Sprayer die Wandflächen in den Sälen mit Bildern "geschmückt".

Oelsnitz -   Die Bauten der alten Halbmond-Teppichfabrik aus den Zeiten der Familie Koch und der Tefzet sind seit Jahren dem Verfall preisgegeben. Wenige Meter daneben produziert die Halbmond-Teppichwerke GmbH in den Hallen neuzeitlicher Prägung. Nun hat der Oelsnitzer Stadtrat die letzte Weiche zum Abbruch der Industriebrache gestellt. 
Mit einer Stimmenthaltung vergeben wurde "das Gutachten zur Untersuchung des Baugrundes und der Bausubstanz…mit Herstellung der Erschließung", welche der Entwicklung zum Gewerbegebiet dienen soll. Den Auftrag erhielt die M&S Umweltprojekt GmbH aus Plauen mit der Summe von rund 44  381 Euro für das wirtschaftlichste Angebot. Eine eventuelle Nachforderung schloss die Oelsnitzer Stadtbaumeisterin Kerstin Zollfrank aus. Von sechs akkreditierten Gutachtern von Chemnitz bis Berlin hatten vier ein Angebot abgegeben. M&S blieb unter der Kostenschätzung von 46 800 Euro. 
Das Gutachten ist Teil der "Abbruch- und Entsorgungskonzeption", in deren Rahmen die Stadt bereits mehrere Aufträge vergeben hat. Laut Tiefbau-Chef Rainer Todt sind die Abbruchmassen größtenteils kontaminiert. Für eine geordnete Entsorgung wird die Analyse des Gutachtens gebraucht. Mit den gesamten Planungsunterlagen will die Stadt nun den Fördermittelantrag auslösen. In den beschlossenen Doppelhaushalt 2019/20 hat Kämmerer Torsten Stengel für dieses Jahr zwei Millionen Euro für die Arbeiten eingestellt, vier Millionen für das kommende Jahr und weitere zwei Millionen Euro für 2021 geplant. Mit dem späteren Verkauf der erschlossenen Gewerbeflächen von rund vier Hektar soll Geld zurückfließen.