Sanktionen gegen Hartz-IV-Bezieher besonders oft im Vogtland

Sachsens Jobcenter haben im vergangenen Jahr mehr Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger ausgesprochen. Im Vergleich zu 2014 stieg deren Zahl um 1.500 auf rund 74.800, wie die Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit am Montag mitteilte.

Das bestätigte auch Martina Kober, Chefin des Jobcenters in Plauen. Sie sprach von der höchsten Sanktionsquote generell im Vogtland und von bis zu 6 Prozent monatlich. "Das Vogtland hat damit auch die höchste Klagequote", sagt sie. Der Anstieg sei sachsenweit vor allem auf mehr versäumte Termine in den Jobcentern zurückzuführen, hieß es. Insgesamt wurden 2015 bei knapp 28.000 Menschen Leistungen gekürzt. Die meisten Sanktionen wurden den Angaben zufolge ausgesprochen, weil die Termine beim Jobcenter nicht eingehalten (79,1 Prozent) sowie Bildungsmaßnahmen, Ausbildung oder Arbeit abgelehnt wurden (10,7 Prozent).

Die durchschnittliche Sanktionshöhe lag bei 108 Euro. Angesichts von insgesamt 271.400 Arbeitslosengeld-II-Empfängern lag die Sanktionsquote laut Regionaldirektion bei 3,5 Prozent. "Die meisten der in den Jobcentern gemeldeten Frauen und Männer verhalten sich richtig, wollen arbeiten und bemühen sich um Arbeit", erklärte Vizechefin Regine Schmalhorst. va