Sandsäcke gegen Fluten in Weischlitz

: Elektrik, Fußbodenheizung, Fahrstuhl, Türen, Fenster und Zwischenwände - alles zerstört. Drei Tage später nahmen zwei Gutachter alles in Augenschein, bevor das Wasser am 26. Juni und am 5. Juli erneut mit Wucht ins Kellergeschoss lief.

Obwohl entlang der Taltitzer Straße in Richtung Autobahn ein sogenannter Gebirgsablauf befindet, der große Mengen Wasser schlucken soll, dauert es höchstens zehn Minuten, bis der Schlamm zu Verstopfung führt und alles in den Ort fließt.

"Ich warne ausdrücklich vor Schuldzuweisungen. Es trifft keinen eine Alleinschuld. Es ist eine Verknüpfung unglücklicher Umstände. Kein Weischlitzer kann sich je an so etwas erinnern", betonte Bürgermeister Steffen Raab. Weder der Maisanbau auf dem Feld, noch bauliche Lösungen seien unter Beachtung solcher Naturgewalten geplant worden. Gemeinsames Vorgehen sei gefragt.

Mit dem Katastrophenschutz wurden am 6. Juni 4500 Säcke mit 81 Tonnen verteilt: Um Grundstücke zu schützen und das Wasser kontrolliert in die Elster zu leiten. Nur zwei Tage später mussten durch den erneut einsetzenden Regen die restlichen 1500 Säcke gelegt werden.

Inzwischen wurde die Barriere mit 38 Metern Betonelementen verstärkt, die kurzfristig für 4000 Euro angeschafft wurden. In den vergangenen Tagen seien trotz fast täglichem Regen keine Schäden mehr zu vermelden gewesen. Ob die "Umleitung" in die Elster jedoch auch funktioniert, wenn nochmal 40 Liter in kurzer Zeit auftreffen, ist nicht sicher.

In den nächsten Wochen und Monaten sollen weitere Präventivmaßnahmen erfolgen. In Absprache mit Fachleuten sollen Entscheidungen getroffen werden, wie beispielsweise die Zuleitung auf einen alten noch vorhandenen Regenwasserkanal, die außerplanmäßige Ausgaben notwendig machen, die aus Rücklagen der Gemeinde gestemmt werden sollen. Unumgänglich ist dabei die Rücksprache mit Versicherung, Landratsamt, Katastrophenschutz, ZWAV, Straßenbau- und Verkehrsamt.

Der Schaden der Grundschule wird derzeit versicherungsintern bearbeitet. Während die Räume entschlammt werden, müssen Kostenvoranschläge für den Rückbau eingeholt werden. Ein totaler Rohbau, das heißt Entkernung mit Entfernung sämtlicher Wände, Fußböden und Elektroinstallationen, wird notwendig sein. Außerdem muss die Böschung wieder hergestellt werden. Ob grundsätzliche Änderungen an der Bauart notwendig sind, muss noch ermittelt werden.

Raab hatte am Montagabend noch zwei wichtige Anliegen. "Ich möchte mich unbedingt bei allen bedanken, die in diesen wirklich harten Tagen mit angepackt haben. Egal ob Feuerwehr, Bauhof und Katastrophenschutz - jede Hand war wichtig. Auch die helfenden Nachbarn und andere Weischlitzer Bürger möchte ich nicht vergessen. Gleichzeitig möchte ich darauf hinweisen, dass weiterhin die Sandsäcke im Ort verbleiben und wir bitten, dass das mit der nötigen Vorsicht und Rücksicht einher geht", sagte Raab.