Salonwagen rollt mühelos durch TÜV

Der Salonwagen der Parkeisenbahn im Syratal hat den TÜV bestanden. Am Mittwoch wurde das noble Stück auf Herz und Nieren geprüft. Zum großen Familienfest am 17. August soll der Wagen bereits seine Runden drehen.

Plauen - "Denn sie wissen nicht was sie tun" lautete der Titel eines Filmklassikers aus dem Jahre 1955 mit James Dean. Das trifft auf die Mitglieder des Fördervereins Parkeisenbahn und ihre zahlreichen Helfern natürlich nicht zu. Aber ob sie wirklich ahnten, was da an Zeit, Nerven und auch Geld auf sie zukommt, als sie sich vor zwei Jahren daran machten, einen Salonwagen wieder in alter Schönheit erstrahlen zu lassen?

Nun, rund 5000 Arbeitsstunden später, stand am Mittwoch ein ganz besonderes Ereignis an. "Der 7. August wird in der Geschichte des Fördervereins einen besonderen Platz einnehmen", formuliert es Gerd Köhler fast schon pathetisch. Der Weihnachtsmann a.D. hat über die Jahre hinweg die Drähte zur Presse regelrecht glühen lassen, um die Plauener über den zuweilen schwierigen Fortgang der Arbeiten auf dem Laufenden zu halten.

Am Mittwoch nun erfolgte die Abnahme durch den TÜV - großer Bahnhof in der Parkanlage im Syratal sozusagen. Eckhard Müller war eigens aus Dresden angereist, um das gute Stück technisch auf Herz und Nieren zu prüfen. Ein Mann der sein Handwerk versteht, hielten seinem kritischen Blick doch schon der "Rügen-Robert" und die "Zillerbahn" stand. Der Experte bescheinigte allen, die den Salonwagen wieder auf Vordermann brachten nicht nur viel Herzblut, sondern auch eine Riesenportion Fachkenntnis. "Die Prüfung der Bremsen, sämtlicher tragender Teile, der Kabel und Laufeigenschaften und noch vielem mehr hat zu keinerlei Beanstandungen geführt", freut sich Köhler. Auch der "Gruben-Test", also der Blick von unten auf den Salonwagen, habe keine Mängel ergeben. "Wir haben höchstes Lob geerntet was die Schweißnähte und Bremsspielräume betrifft", fügt Köhler zufrieden an.

Einen derartigen historischen Salonwagen dürfte es in Sachsen kein zweites Mal geben - unter anderem auch, weil die Plauener Parkeisenbahn die einzige ist, die mit einer Oberleitung ausgestattet ist und damit wetterunabhängig. Was Köhler gleich auf die nächste Idee bringt. Nikolaus- und Adventsfahrten könnte er sich mit dem Salonwagen vorstellen - einmal Weihnachtsmann, immer Weihnachtsmann. Aber natürlich kann das schmucke Stück, dessen aktuellen Wert Vereinsvorsitzender Kai Steiner mit 30 000 Euro beziffert, auch für Kindergeburtstage und kleine Familienfeiern gebucht werden. Köhler jedenfalls rührt mächtig die Werbetrommel für den 13-sitzigen Waggon mit seinen kleinen romantischen Tischen samt Tischleuchten.

Besonders dankbar sind die Vereinsmitglieder der Firma von Bernd Brossmann aus Syrau, die viel technisches Know How beisteuerte und auch beim Rechnungstellen "sehr nachlässig" gewesen sei, wie Köhler schmunzelt. Aber auch von zahlreichen anderen Firmen und aus der Bevölkerung seien nicht unerhebliche Spenden eingegangen. Nun erfolgt noch die Abnahme durch einen Vertreter der Eisenbahnaufsicht, quasi die Zulassung. Köhler hofft, dass bis dahin keine Wochen vergehen, denn wie gesagt, am 17. August soll das edle Teil über die Anlage rollen.