Sägen, spalten, hacken

Der Holztag im vogtländischen Freilichtmuseum Eubabrunn Anfang Oktober gehört wie etwa der Schäfer- oder der Landtechniktag zu den Publikumsmagneten.

Von Helmut Schlangstedt

Markneukirchen/Eubabrunn - So saß man am Sonntag trotz sehr frischer Luft wie im Sommer gemütlich an den Tischen und Bänken im Museumshof. Was wieder einmal zeigte: Die Leute wollen raus und sind dankbar, wenn irgendwo eine Veranstaltung stattfindet.
Freude herrschte natürlich ebenso bei den Mitarbeitern und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern des Museums, etwa an der folienverhangenen Imbiss- und Getränkefront, über das große Interesse der Besucher. Die spachtelten auch sehr reichlich, sodass bereits vor 16.00 Uhr die letzten Roster auf dem Grill lagen. Derweil werkelte Mitarbeiter Michael Kolbe in der Rußküche am Backofen und strahlte nach getaner Arbeit geradezu. Die Besucher hätten ihm das frisch gebackene Brot förmlich aus den Händen gerissen.
Ansonsten war es auf der Wiese hinter dem Hof wieder am interessantesten, wo man sehen konnte, wie Maschinenkraft auch aus dem stärksten Baumstamm Kleinholz macht.
So etwa bei Christoph Zimmer von der Firma Agro-Service in Markneukirchen mit seinem Liegendholzspalter mit in der Höhe verstellbarem Spaltkreuz, so dass man Stammabschnitte nach Bedarf halbieren oder vierteln kann. Keile als Spaltwerkzeug seien gebräuchlicher als Kegel mit Schneidgewinde, erklärt der Mann vom Fach. Zumal letztere aus Arbeitschutzgründen heute nicht mehr hergestellt werden. So eine Maschine mit horizontalem Kegel führte Andreas Götzel aus Markneukirchen vor, die über eine Welle von einem Traktor angetrieben wird. Der Kegel braucht den senkrechten Stamm nur zu berühren, um diesen dann zwanglos wie von Zauberhand zu halbieren. Udo Eßbach aus Erlbach hatte ein Maschinchen mit einem senkrechten Keil dabei, für die selbst Stämme von 30 cm oder mehr kein Problem sind. Wen wundert's bei einer Spaltkraft von bis zu 13 Tonnen! Das absolut zuverlässige Schmuckstück, das wahlweise elektrisch oder von einem Traktor angetrieben wird, hätte er bereits 20 Jahre, meint Udo, der Hilfe beim Stapeln des gespaltenen Holzes von Sohnemann Anton bekam.
Ebenfalls wieder vor Ort war der Forstbetrieb Adorf von Sachsenforst. Leider musste das Angebot ein wenig abgespeckt werden, meint Forstwirtin Lisa-Marie Gräser, das dennoch für die Besucher sicher attraktiv sei. Neben einem Info-Stand mit Flyern und mehr hätte man ein Quiz für Kinder mit vier Fragen zu Tieren, Jagdhundrassen oder Waldschäden, wofür es kleine Preise gab. Und das Memory-Spiel und Baumarten-Puzzle war, wie man sehen konnte, nicht nur für Kinder interessant, genau wie das kleine mobile Sägewerk.
Baumstämme entrinden und anspitzen, Dirk Pigursch aus Grünhainichen zuschauen, wie man im Mittelalter mit zwei Stöcken, einer Astgabel und einem Strick drechselte und mehr - es gab wieder eine Menge zu sehen in Eubabrunn, bevor man zur Entspannung vielleicht ein Bierchen genoss und Bettina Kolbe beim Sauerkrautraspeln und -stampfen zusah.
Musikalische Zerstreuung gab's diesmal aber nicht vom Migma-Blasorchester sondern aus der Konserve. Deutsches Liedgut wie "Schätzel ade" aber auch anderes. Offensichtlich gut gewählt, denn ein Besucher fragte am Getränkestand: "Wo habt ihr denn hier die schöne Kapelle?"