Sachsens CDU geht in Plauen auf Kurs

Drei große rote Buchstaben aus Hartschaumstoff. Das "C", das "D" und das "U" als symbolischer Blickfang empfingen die Delegierten zum Landesparteitag der Sächsischen Union am Samstag in der Plauener Festhalle.

Plauen - In zwar entspannter, nichtsdestoweniger aber sachlich-konzentrierter Atmosphäre berieten und wählten die Teilnehmer ihren künftigen Kurs und ihren Vorstand. Es war das zweite Mal, das die sächsische CDU ihr politisch wichtigstes Treffen im Vogtland abhielt. Nach Markneukirchen 1996 trafen sich die Landesdelegierten in der Region, die Plauener Festhalle erwies sich dabei mit ihren verwinkelten und dennoch hellen Räumlichkeiten als geeigneter Tagungsort, der professionell eingerichtet wurde und beste Arbeitsbedingungen für die 238 Teilnehmer, dazu den 25 Landesverbandsmitgliedern bis hin zu den über 30 Vertretern der Medien und den Gästen bot.

Via Internet wurde die Tagung "nach draußen live" übertragen und man konnte im ganzen Haus den Worten der jeweiligen Redner von Tillich über Seehofer bis hin zu den jeweiligen Antragstellern aus den Regionen lauschen: Im Saal wie auch im Foyer befanden sich Lautsprecher und so konnten auch die eine Pause einlegenden und sich umschauenden Gäste und Teilnehmer dem Geschehen folgen.

Das Bühnenbild mit Großleinwand neben dem Vorstandspodium und dem Rednerpult warb in hellen Lettern und mit einer einem Puzzleteil nachempfundenen Grafik für die Richtung in den nächsten Jahren: "Sachsen dienen - Zukunft sichern. Innovation, Wohlstand, Gerechtigkeit." Binnen eines Tages besprach die CDU ihren Leitantrag mit gleichem Namenszug und beschloss ihn im Grundsatzprogramm der Partei.

Nach der turnusgemäßen Wahl des Landesvorstands stand der Landesparteitag am Nachmittag ganz im Zeichen des Leitantrags "Sachsen dienen - Zukunft sichern. Innovation, Wohlstand, Gerechtigkeit", der mit großer Mehrheit als neues Grundsatzprogramm der Sächsischen Union angenommen wurde.

Die Themen der Zeit waren im Saal allenthalben sicht- und hörbar. Wie sich auch die Zeiten bei der CDU ändern, dachte wohl mancher Besucher angesichts der ausstellenden Firmen, die mit Windkraft und Solarenergielösungen und -angeboten aufwarteten. Auf den Titelseiten der zahlreich ausliegenden Zeitungen konnten sich die Delegierten aus allen Teilen Sachsen über die aktuelle Situation beim Manroland ebenso informieren, wie die Proteste der Atomkraftgegner in Gorleben.

Besonderer Beifall brandete auf, als Parteichef Stanislaw Tillich das Verbot der NPD forderte. Dagegen zeigte sich der eine oder andere denn doch etwas verwundert, als Gastredner Horst Seehofer davon sprach, die CSU hätte sich schon seit Jahrzehnten gegen den Rechtsextremismus stark gemacht.

Schließlich wurde Stanislaw Tillich erneut zum Landesvorsitzenden der Sächsischen Union gewählt. Und das mit 89,57 Prozent der Stimmen. "Ich danke allen für das entgegengebrachte Vertrauen", sagte Tillich nach seiner Wiederwahl unter starkem Beifall. Grund zur Freude auch für die vogtländischen Delegierten. Zum einen fand ihr Antrag, Regionalbudgets zugunsten des ländlichen Raums einzuführen, die Mehrheit der Parteitagsteilnehmer. Zum anderen wurde der Plauener Steffen Zenner mit dem fünfbesten Ergebnis als Beisitzer im Landesvorstand wiedergewählt. Das widerspiegele den Stellenwert, den sich der Kreisverband Vogtand im Landesverband erarbeitet habe, resümierte der Kreisvorsitzende der vogtländischen CDU, Sören Voigt. F. Blenz