Sachsens Bischöfe ohne Protz und Prunk

Sie residieren bescheiden, wohnen zur Miete oder im eigenen Häuschen, reisen im Zug und kommen mit Rad ins Büro. Luxus sucht man bei Sachsens Bischöfen vergebens.

Dresden - Irdischer Luxus, Protz und Prunk liegen Sachsens Bischöfen fern. Die geistlichen Oberhäupter der katholischen Bistümer Dresden-Meißen und Görlitz sowie der evangelischen Landeskirche residieren und wohnen eher bescheiden. Die teils unter Denkmalschutz stehenden Bischofssitze wurden zwar aufwendig saniert, die Investitionen lagen aber weit unter den bisher bekannten 31 Millionen Euro für die Residenz des umstrittenen Limburger Bischofs mit luxuriösen Einbauschränken, einem von Säulen gesäumten Lichthof und teurer Kunst.

Der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt bewohnt ein Einfamilienhaus mit knapp 100 Quadratmetern Wohnfläche, das der Kirche gehört. Für Reisen nutze Ipolt den Zug. Der Amtssitz befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäude in der Innenstadt, das noch zu D-Mark-Zeiten restauriert wurde - für einen höchstens einstelligen Millionenbetrag. Das Bistum Dresden- Meißen baute nach der Wende etwas fürstlicher ein Kanzleihaus am Dresdner Schloss wieder auf - für 24 Millionen Mark (rund 12,3 Millionen Euro). Der Bischofssitz beherbergt aber auch Dompfarramt, Gemeindehaus, einen großen Festsaal, eine christliche Buchhandlung und acht Wohnungen für Mitarbeiter des Bistums und der Dompfarrei. Auch Bischof Heiner Koch hat dort 150 Quadratmeter gemietet.

Der Düsseldorfer kam erst Anfang 2013 aus Köln an die Elbe und erkundet die Kulturstadt meist zu Fuß. Für längere Strecken in der Diözese steht ihm ein Dienstwagen zur Verfügung, oder er fährt mit dem Zug. Der evangelische Landesbischof Jochen Bohl amtiert in einem nach alten Plänen neu gebauten Barockhaus nahe der Frauenkirche. Die 180 Quadratmeter für die Bischofskanzlei sind gemietet, für 49 000 Euro im Jahr. Privat wohnt Bohl im eigenen Haus. Exzesse wie in Limburg wären sowohl in den Bistümern als auch in der Landeskirche unmöglich. Im Bistum Dresden-Meißen schaut ein Vermögensverwaltungsrat auf Bauvorhaben, bei der Landeskirche wacht die Synode über den Bauhaushalt. va