Sachsen würdigt Mut der Aufständischen

Gegen das Vergessen - Plauen würdigt den Mut der Aufständischen von 1953. In der DDR wurde der Volksaufstand als Konterrevolution bezeichnet. Heute gilt er als Meilenstein auf dem Weg zu Freiheit und Demokratie.

Plauen/Görlitz - In vielen Orten Sachsen ist am Montag mit Kranzniederlegungen, Gottesdiensten und Gedenkveranstaltungen an den niedergeschlagenen Volksaufstand von 1953 erinnert worden. In Plauen ist in der Galerie Forum K die Ausstellung "Wir wollen freie Menschen sein! Der DDR-Volksaufstand vom 17. Juni 1953" eröffnet worden. Plauens Kulturdirektor Friedrich Reichel und Galerist Andy Darby brachten die Ereignisse von vor 60 Jahren in Redebeiträgen ins Gedächtnis zurück. Im Vogtland blieb es verhältnismäßig ruhig. Die Staatsmacht war zwar in erhöhter Alarmbereitschaft, von Demonstrationen oder Verhaftungen in Plauen sei aber nichts bekannt geworden, so Reichel. Die städtische Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung Aufarbeitung ist in der Galerie Forum K bis zum 5. Juli zu sehen.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) würdigte bei der zentralen Veranstaltung des Landes in Görlitz den Mut der Menschen, die damals auf die Straße gegangen waren. "So sehr der 17. Juni 1953 Hoffnungen zerstörte, so sehr ist der 17. Juni heute ein Tag der Hoffnung. Eine Hoffnung darauf, dass es immer wieder Menschen voller Mut gibt, die für Freiheit eintreten", erklärte Tillich.

Der Bund der stalinistisch Verfolgten erinnerte mit 60 Kerzen am Leipziger Panzerspurendenkmal an die Niederschlagung des Aufstandes. Volkhard Fuchs, Vize-Vorsitzender des Verbandes, forderte laut Mitteilung einen staatlichen Aktionsplan zur Aufarbeitung und Vermittlung von DDR-Geschichte. "Das ist das beste Mittel gegen Totschweigen und Vergessen." Der Bund stelle dafür gern Zeitzeugen zur Verfügung.

Der Volksaufstand vor 60 Jahren wird am Dienstag in Plauen außerdem zum Anlass genommen, den Dokumentarfilm "17. Juni 1953" in der Galerie Forum K zu zeigen. Im Anschluss der Vorführung ist ein Gespräch mit den Filmemachern Hans Sparschuh und Rainer Burmeister sowie dem Zeitzeugen Klaus Gronau geplant. Der Eintritt ist frei und die Veranstaltung wird vom Kiwanis Club Plauen unterstützt. Beginn ist 19 Uhr. va