Sachsen stöhnt unter der Glut

Die Gluthitze bringt Sachsen ins Schwitzen. Abhilfe bieten auch im Vogtland nicht nur Badeseen und schattige Wälder. Am Wochenende wird es noch heißer. Zum Ausklang nahen Gewitter.

Dresden/Plauen - Afrika in Sachsen - die Menschen haben am Freitag in der Gluthitze geschwitzt. Bei bis zu 33 Grad suchten sie Abkühlung - in Badeseen und Freibädern, schattigen Wäldern und kühlen Schluchten, klimatisierten Museen und alten Gemäuern. Und am Wochenende heizt Hoch "Zlatka" weiter mit Sahara-Luft ein. Am Sonntag werden in weiten Teilen des Freistaates, darunter auch im Vogtland, bis zu 38 Grad erwartet. "Die 40 Grad-Marke wird aber nicht geknackt," sagte Meteorologe Henry Geyer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig. Auch der bisherige Temperaturrekord von 39,8 Grad vom 20. August 2012 bleibt wohl unerreicht.

Mit der Trockenheit steigt die Waldbrandgefahr. Inzwischen sind weite Teile des Freistaates auf der Gefahrenkarte des Staatsbetriebes Sachsenforst rot und dunkelrot gekennzeichnet - dort besteht hohe bis sehr hohe Gefahr. In den unteren Lagen des Vogtlandes gilt derzeit die Waldbrandstufe 2 im oberen Vogtland die Warnstufe 3. Größere Brände blieben in der Region bislang glücklicherweise aus. Erst mit den erwarteten Gewittern Anfang nächster Woche rechnet der DWD mit Entspannung.

Burgen, Klöster und Schlösser profitieren seit Tagen vom tropischen Wetter. "Die dicken Mauern halten die Räume kühl", sagte ein Sprecher der Staatlichen Schlösserverwaltung in Dresden. Das ist in der Region nicht anders. Bevorzugte Ausflugsziele, auch für die gegenwärtig im Vogtland weilenden Urlauber, sind derzeit neben den Freibädern und den beiden Talsperren Pöhl und Pirk auch die "kühlen" Schlösser in Schönberg, Mühltroff und Leubnitz. Auch die in kleinen schattigen Wäldern liegenden Tierparks in Falkenstein und Klingenthal konnten sich über Besucher freuen. Freiluftveranstaltungen indes sind weniger besucht - es sei denn, in der Nähe gibt es Möglichkeiten der Abkühlung, wie das beispielsweise zum Hafenfest am Gondelteich Kleinfriesen am heutigen Samstag der Fall ist. Und auch das Nena-Konzert gestern Abend im Plauener Parktheater war bestens besucht, dank auch der Überdachung des Zuschauerbereiches - die Membran ließ die Luft am Abend ein wenig zirkulieren.

Indes stellen sich die Menschen nach Meinung von Medizinern immer besser auf die Hitze ein. Dr. Hans Neuser, Kardiologe und Chefarzt für Innere Medizin am Helios Vogtland-Klinikum Plauen stellte für unsere Zeitung Tipps und Hinweise zusammen, wie die Menschen sich auf die Hitze einstellen können und was sie bei dieser Tropenglut eher nicht tun sollten. Derzeit bringen selbst die Nächte keine Erfrischung. "Es kühlt auch nachts nicht mehr besonders ab", erklärte Meteorologe Lange.

Am Sonntag zieht aber eine Kaltfront heran - mit teils kräftigen Gewittern und unwetterartigen Niederschlägen. Am längsten werden noch die Ostsachsen schwitzen, während die Temperaturen andernorts schon auf 27 bis 28 Grad zurückgehen Auch im Vogtland muss mit Blitz und Donner, vereinzelt auch mit Hagel gerechnet werden. dpa/red