Sachsen-Franken-Magistrale: Wie weiter ab Hof ?

Reichenbach - In einem Schreiben an den vogtländischen FDP-Bundestagsabgeordneten Joachim Günther hat Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß im Auftrag der Vereinigung "Sächsisch-Bayrisches Städtenetz" die Fortführung der Elektrifizierung der Sachsen-Franken-Magistrale gefordert. Diese sei eine "elementare Voraussetzung für einen leistungsfähigen West-Ost-Güterverkehr aus den Metropolregionen Nürnberg und Sachsendreieck in die Tschechische Republik und andere osteuropäische Länder bis nach China", so die Zwickauer Oberbürgermeisterin. Die Tschechische Republik hat sich bereits positioniert und wird ihren Teil des Staatsvertrages erfüllen, also bis 2016 die Eisenbahnstrecke Prag-Pilsen-Cheb-Landesgrenze ausbauen und elektrifizieren. Die Oberbürgermeister der Städte Chemnitz, Zwickau, Plauen, Hof und Bayreuth, die sich über die Grenzen Bayerns und Sachsens hinweg zum Sächsisch-Bayerischen Städtenetz zusammengeschlossen haben, hoffen nun, dass auch auf deutscher Seite das Projekt zu Ende gebracht wird. Die fünf Oberzentren mit Einwohnerzahlen zwischen 50 000 (Hof) und 250 000 (Chemnitz) erfüllen wichtige Funktionen als Wirtschafts-, Dienstleistungs- und Kulturzentren. Deshalb haben sich die fünf Oberbürgermeister klar zu einem Ausbau der Strecke Reichenbach - Nürnberg über Bayreuth bekannt. "Aber genau auf dieser Strecke gibt es die größten Probleme", sagt Joachim Günther. "Auf der Eisenbahnlinie zwischen Marktredwitz und Nürnberg - auch über Bayreuth - gibt es eine Vielzahl von Tunneln. Unabhängig von der Größe müssten diese Tunnel saniert und so erweitert werden, dass die Höhe für den Durchzug von Oberleitungen ausreicht. Das bedeutet einen enormen Kostenaufwand. Diesen hätte man in dem Umfang nicht, wenn man die Strecke bis Regensburg elektrifizieren würde. Andererseits hat Nürnberg immer an dieser Eisenbahnstrecke gelegen." Das mache die Entscheidung, wie ab Marktredwitz weiter gebaut werden soll, so schwierig. Aus unzähligen Diskussionen im Bundesverkehrsausschuss weiß Günther, dass bislang auch die Frage nicht beantwortet ist, ob sich die kurvenreiche Strecke bis Nürnberg überhaupt für hohe Geschwindigkeiten eignet. "Deshalb ist das Projekt immer wieder zurück gestellt worden."