Russische Seele musikalisch erlebbar

Bad Elster - Mit dem 1. Symphoniekonzert 2009/2010 unter dem Titel "Sergej, Peter und der Wolf" wurden am Samstag die 9. Chursächsischen Festspiele in Bad Elster eröffnet, die in diesem Jahr dem Gastland Russland gewidmet sind.

 

Erfreut wurden die zahlreichen Besucher im ausverkauften König Albert Theater zum Eröffnungskonzert mit der "Symphonie Classique" Nr. 1 D-Dur op. 25 von Sergej Prokofjew, gespielt auf historischen Instrumenten der Romantik von der Chursächsischen Philharmonie unter der Leitung von Generalmusikdirektor Florian Merz. Mit einer außerordentlich faszinierenden musikalischen Interpretation und leidenschaftlicher Spielfreude beeindruckte anschließend der junge polnische Cellist Tomasz Daroch mit Variationen über ein Rokoko-Thema für Violoncello und Orchester op. 33 von Peter Iljitsch Tschaikowski.

Der erst 20-jährige Musiker gewann im vergangenen Jahr den 1. Preis des 44. Internationalen Instrumentalwettbewerbes in Markneukirchen im Fach Violoncello. Tomasz Daroch nahm 1996 seinen ersten Cellounterricht und absolvierte eine dreijährige Ausbildung am Staatlichen Henryk Wieniawski-Musikgymnasium in seiner Heimatstadt Lodz, bevor er außerdem vor zwei Jahren sein Violoncellostudium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim beendete.

Für einen weiteren Höhepunkt zum Eröffnungskonzert sorgte die Aufführung des symphonischen Märchens "Peter und der Wolf". Ausnahmsweise mal ein richtiges Märchen erzählen durfte dabei Landrat Dr. Tassilo Lenk, der in seiner außergewöhnlichen Rolle als Rezitator prächtig agierte und zum großen Vergnügen des Publikums den großen grauen Wolf zur Rettung in den Klingenthaler Tierpark platzierte.

Auf eine langjährige Verbundenheit mit dem großen russischen Land verwies der Bürgermeister der Stadt Bad Elster, Christoph Flämig, in seinem Grußwort und hieß in russischer Sprache ganz besonders herzlich auch Konsul Stanislav Emelianow in Vetretung des Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafters der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland, Valdimir V. Kotenev, herzlich willkommen.

 

Als ein "anspruchsvolles Kulturfestival, das inzwischen eine ganze Region und darüber hinaus ganz Sachsen durch die Verbindung von künstlerischer Dimension und touristischer Attraktivität bereichert", hob der Sächsische Finanzminister Prof. Georg Unland als Schirmherr die Bedeutung der Chursächsischen Festspiele hervor. Freuen dürfen sich die Besucher der 9. Chursächsischen Festspiele in der Zeit bis zum 4. Oktober noch auf eine ganze Reihe abwechslungsreicher Erlebnisse der besonderen Note, in denen die Seele russische Kultur in einem facettenreichen Programm mit Musik- und Sprechtheater, Orchester- und Kammerkonzerten sowie Klassik und Ballett erlebbar sein wird. S. Adler