Rosenbacher halten nichts von Stromtrasse

Rosenbachs Bürgermeister Michael Frisch fordert auf, Bedenken gegen die geplante Stromtrasse in der Gemeindeverwaltung kund zu tun.

Rosenbach - Wenn eine Mehrheit der Grundstückseigentümer das Projekt ablehne, dann schicke man die Einsprüche an die 50 Hertz Transmission GmbH - prophylaktisch, wie Frisch auf Anfrage des Vogtland-Anzeigers sagt.

Der Bürgermeister erhofft sich, dass die Planungen dann gleich anders verlaufen könnten - ohne die Gemeinde zu berühren. Frisch hatte in der Ratssitzung die Veranstaltung von 50Hertz in Mehltheuer angesprochen, wo über die Pläne informiert wurde, den Norden Deutschlands mit dem Süden zu verbinden, und die bayrische Industrie mit Windstrom aus Mecklenburg und Sachsen-Anhalt zu beliefern.

Relativ wenige Rosenbacher hatten sich dafür interessiert. Es gibt Varianten (für Erdkabel), die durchs Vogtland führen und die Gemeinde Rosenbach queren. Bürgermeister Frisch hofft nun nach eigenem Bekunden, dass bis Ende August sich die Gegner der Pläne bei ihm melden. "Bisher hat mich keiner angesprochen." Nach eigenen Angaben hält es Frisch auch für möglich, dass es eine Variante gibt, die das sächsische Vogtland nicht berührt. "Dann wäre unser Gemeindegebiet aus den Planungen raus."

Laut Frank Hauenschild aus Oberpirk ist die Trasse nicht nötig. "Die Energie wird gegenwärtig dort erzeugt, wo sie nicht gebraucht wird. Es wäre die einfachste Lösung, die Nutzer dort anzusiedeln. Das wäre auch ein Beitrag ein strukturschwaches Gebiet aufzuwerten."

Uwe Seiler, Leiter Tierproduktion der Agrargenossenschaft Unterreichenau sieht Nachteile durch die Trasse: "Durch die Trasse wird in Größenordnungen landwirtschaftliche Nutzfläche entzogen oder in ihrer Nutzung erheblich eingeschränkt. Das trifft besonders forstliche Anpflanzungen für die Ausgleichsflächen geschaffen werden müssten."

Andere Bürger sehen einen ganz anderen Aspekt: "Die vorgesehene Trasse ist nur in der Lage einen Bruchteil, der im Norden bei günstigen Wetterlagen erzeugten Energie in den Süden zu transportieren. Da bleibt doch die Frage, ob man nicht nach der Schaffung der ersten Trasse noch weitere folgen lassen will." Manfred Schaufel aus Drochaus zufolge hat es seit dem Vorjahr keinerlei Bewegung gegeben. "Die Firma konnte kaum Neues vermitteln.

Es entsteht der Eindruck, dass man die Betroffenen im Dunkeln stehen lässt, bis man das Licht anschaltet, nachdem keine Einsprüche mehr geltend gemacht werden können." Grundsätzliche Zweifel hat Christine Leithold aus Hohndorf vom Verein "ProVogtlandschaft": Die Trasse sei überflüssig. "Die gegenwärtige Energiepolitik ist eine ökologische wie ökonomische Sackgasse.

Windund Sonnenenergie sind, jährlich mit zweistelligen Milliardenbeträgen der Verbraucher durch das EEG-Gesetz subventioniert, wegen der fehlenden Voraussetzungen weder grundlastfähig ist noch können Überschüsse bisher gespeichert werden." jpk/ufa