Rodewischer Wetterexperte meldet Rekord-Plusgrade

Es ist viel zu warm im Vogtland. Die rekordträchtigen Plusgrade zum Jahresbeginn bringen schon erste Blüten hervor. Schneeglöckchen und auch Gänseblümchen schauen aus der Erde. Knospen an Sträuchern sind prall gefüllt und Weidenkätzchen blinzeln hervor.

10,1 Grad Celsius Maximum zeigte das Thermometer am Neujahrstag bei Wetterexperte Harald Hutschreuther in Rodewisch. "So warm war es noch nie seit dem Beginn meiner Wetteraufzeichnungen im Jahr 1963." In der Nacht zum Montag lag die Tiefsttemperatur bei 9,8 Grad Celsius. Auch das habe es laut Hutschreuther noch nie am Jahresanfang gegeben. 

"Das Tagesmittel am Neujahrstag 2012 mit 8,6 Grad Celsius war genau 10 Grad zu warm und entsprach dem Mittel Ende April", so der Rodewischer, der zugleich einige Höchsttemperaturen für den 1. Januar aus seinen Aufzeichnungen kramte. "1966 hatten wir 8 Grad, im Jahr 1998 waren es 8,9 Grad und 2007 schließlich 9,5 Grad Celsius, die wir als höchste Werte bislang hatten."

Im Gegensatz dazu sei es zu Neujahr mit minus 9,9 Grad Celsius 1970 ziemlich kalt gewesen. Nach minus 13,2 Grad im Jahr 1979 seien aber 1997 mit minus 14,9 Grad Celsius die bislang tiefsten Temperatur am ersten Tag des Jahres gemessen worden. Während in anderen Teilen Sachsens die Winzer um ihren Eiswein bibbern, bietet die milde Witterung den Pilzesammlern in Brandenburg eine Rarität: Es gibt schon Pfifferlinge.     M. T.