Rodewischer Turnhalle als Notasyl

Die Stadt Rodewisch stellt eine Immobilie für den Fall der Fälle zur Verfügung: Hier ist Platz für 50 Asylbewerber - aber nur, wenn es nicht anders geht.

Rodewisch/Plauen - Das Landratsamt des Vogtlandkreises zeigt sich dankbar, mit der Turnhalle in der Straße der Jugend in Rodewisch ein Quartier für den Notfall zu haben, wenn Asylbewerber nicht auf vorhandenen Plätzen untergebracht werden können, heißt es in einer Presseinformation. Und weiter:

Im Dezember 2014 gab es rund 770 Asylbewerber im Vogtlandkreis - 300 leben in den beiden Plauener Heimen, aber die meisten (470) in Wohnungen - nicht nur in Plauen: Das Landratsamt unterscheidet Gemeinschaftswohnungen (200 Personen) und privat angemietete Wohnungen (270 Leute).

Im Jahr 2014 hat der Vogtlandkreis 444 Asylbewerber neu aufgenommen, wie viele es dieses Jahr sein werden, ist noch nicht bekannt. Um sich für alle Eventualitäten zu wappnen, braucht der Vogtlandkreis mehr Plätze.

Das Landratsamt ist zurzeit nach eigenen Angaben mit Hochdruck dabei, mit Unterstützung der Kommunen weitere Wohnungen für Asylbewerber zu finden. "Die Zuweisungen von der zentralen Erstaufnahme erfolgen gegenwärtig immer mit einer Buskapazität, sprich: mit rund 50 Personen", sagt Dezernentin Christina Uhlenhaut. Deshalb werde die Turnhalle in Rodewisch vorsorglich für einen Notbezug für 50 Personen geplant.

Dafür wurden in den letzten Tagen kleine Reparatur- und Verschönerungsarbeiten am Objekt durchgeführt. Die Turnhalle wird nicht mehr für den Schulsport genutzt und ist geeignet für einen Notfall. Darüber hinaus soll die Turnhalle innerhalb des Katastrophenschutzes als Evakuierungsobjekt aufgenommen werden.

Der Christliche Verein Junger Menschen in Reichenbach baut derzeit seine Beherbergungsstätte in der "Fabrik" um, um 50 Asylbewerber aufzunehmen. Ab September soll dieser Teil des Objekts dann an den Vogtlandkreis vermietet werden.

Seit Jahresbeginn hat Sachsen nach offiziellen Angaben 4000 Asylbewerber aufgenommen. Die Erstaufnahme (in Chemnitz und Außenstelle Schneeberg) ist mit über 2200 Asylbewerbern belegt, ab Donnerstag gibt es deshalb eine zweite Außenstelle in Tharandt. In den drei Orten werden alle in Sachsen ankommenden Asylbewerber untergebracht, bevor sie in die Landkreise und kreisfreien Städte verteilt werden. va