Rodewischer Hilfsverein auf Tour nach Rumänien

Christian Unger trägt gerne Pakete aus: dienstlich und privat. Ersteres tut er als Paketzusteller hierzulande, letzteres in der rumänischen Kleinstadt Paltin. In dieser Woche begibt sich Unger, der Chef ist des Rodewischer Hilfsvereins "Francea", auf seine 18. Rumänien-Hilfs-Tour.

An Bord seines Ford Transits befinden sich Medikamente für den Paltiner Dorfarzt, Brillen und Kleidung und jede Menge Spielzeug, Bücher und Schulmaterialien für die Kinder. Das meiste, was an die rumänischen Mädchen und Jungen geht, wurde in der Rodewischer Schiller-Grundschule gesammelt. In den vergangenen Tagen haben die Kinder Zeichenblöcke, Hefte, Buntstifte und Fasermaler mitgebracht. "Viele haben ihre Kinderzimmer mal umgekrempelt und dabei schöne, nützliche Dinge zum Verschenken gefunden", freut sich Lehrerin Alexandra Ebert-Krüger.

Seit dem Jahr 2009 verbindet die Schiller-Schule eine Partnerschaft mit der Schule aus Paltin. Schon mehrmals wurden Sammelaktionen über den Verein "Francea" gestartet. Die Partnerschaft trägt indes schon längst ein ganz privates Gesicht. Mehrmals besuchten Lehrer und Schüler aus Rumänien die Rodewischer Schule und umgekehrt.

Die Rodewischer Viertklässler schreiben inzwischen so manchem rumänischen Kind. So wie Nelly, die eine Brieffreundschaft mit Madalina verbindet. So habe sie schon erfahren, dass Madalina noch vier Brüder habe und am liebsten Brettspiele mag, sagt Nelly. "Und wir tauschen auch Geheimnisse aus, die ich natürlich nicht verrate."

1800 Kilometer in 24 Stunden nonstop wird Christian Unger mit zwei weiteren Mitstreitern diese Woche unter die Räder nehmen. Endstation ist Paltin im Osten Rumäniens, ein Ort eingeschlossen von den Karpaten. Dort gibt es weder Industrie noch Landwirtschaft - die Leute, meist Frauen, Alte und Kinder, sind arm und ernähren sich oft nur von dem, was im eigenen Garten wächst. "Unsere Hilfe ist dort genau richtig, aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein", so Unger.