"Rodewisch wird Schöniger"

Die meisten Wähler rechneten eigentlich mit einem Stechen der vier Bürgermeisterkandidaten. Das Wahlergebnis glich daher fast einer Sensation: Rund 54 Prozent der Wähler aus Rodewisch und den Ortsteilen Röthenbach und Rützengrün entschieden sich für die junge, dynamische Frau; die Parteilose startete mit CDU-Mandat. Der wollte wissen, was die Rodewischer von ihrem neuen Stadtoberhaupt erwarten können.

Den viel genannten und real existierenden "demografischen Wandel" kann man nicht aufhalten oder umkehren, das ist und bleibt ein wichtiges Thema unserer Gesellschaft. Wenn man jedoch sieht, dass die Abwanderungsquote von Rodewisch höher ist, als die unserer Nachbarn im Vogtlandkreis, der Einwohnerschwund also noch rasanter ist, dann liegt eindeutig hier ein dringender und vordergründiger Handlungsbedarf.

Wo sehen Sie Möglichkeiten im städtischen Haushalt Mittel einzusparen? Wo würden Sie zusätzliche finanzielle Mittel einsetzen?

Die Fragen kann ich nicht losgelöst voneinander beantworten. Bei einem Schuldenstand von 9,5 Millionen Euro ist leicht auszurechnen, wie viel Geld aus unserem knapp bemessenen städtischen Haushalt jährlich für Zinsen aufgebracht werden muss, Geld, das für wichtige Investitionen fehlt. In Verantwortung für die kommenden Generationen muss der Schuldenberg abgebaut werden!

Um dem Einwohnerschwund zu begegnen, sind qualifizierte Arbeitsplätze nötig. Wo könnten solche Stellen entstehen? Wie könnte man neue Betriebe nach Rodewisch locken?

Unstrittig ist, dass Arbeitsplätze der Dreh- und Angelpunkt für die positive Entwicklung einer Stadt sind und ich alles dafür tun werde, um die heimische Wirtschaft zu fördern. Wenn ich Ihnen aber sage, dass wir mehr Arbeitsplätze am Ort haben, als versicherungspflichtig beschäftigte Einwohner, muss die Ursache für den rasanten Bevölkerungsschwund an anderer Stelle liegen. Diese "wunde Stelle" erläutere ich sehr gerne, dafür sind jedoch mehr als zwei Sätze erforderlich.

Wie lassen sich im Tourismus neue Impulse setzen?

Rodewisch hat touristisch und kulturell sehr viel zu bieten. Dies zu erhalten ist eine wichtige und angesichts der Haushaltsituation schwere Aufgabe, der ich mich gerne stelle. Hier sind stärkere Vernetzungen mit unseren Nachbarn und touristischen Verbänden genauso gefragt, wie andere, innovative Betreiberformen und natürlich auch die Hilfe unserer Bürger.

Welche Visionen haben Sie für die Stadt Rodewisch im Jahr 2020?

Ich wünsche mir Kindergeschrei von den Spielplätzen, ausgelastete Kindereinrichtungen und Schulen, Vereine ohne Nachwuchssorgen, Lehrstellen und Arbeit für Jugendliche und dass die Generation meiner Eltern den wohlverdienten Ruhestand lange genießen kann und wenn die Zeit kommen sollte, keiner Sorge hat, sich vielmehr umsorgt fühlt! Für dieses neue Selbstbewusstsein unserer Heimat werde ich hart arbeiten.

Was hatte eigentlich für Sie den Ausschlag gegeben, zu kandidieren?

Der Fraktionsvorsitzende der CDU Rodewisch, Sieghard Meyer, fragte mich Parteilose, ob ich mir eine Kandidatur vorstellen könnte. Nach Überlegung, und Abwägung meiner fachlichen und persönlichen Eignung habe gerne ja gesagt und wurde am 7. Oktober 2011 nominiert.

Was qualifiziert Sie für das Amt des Bürgermeisters von Rodewisch?

Nach meinem Abitur habe ich Verwaltungsfachangestellte gelernt, später berufsbegleitend die Verwaltungsfachwirtprüfung abgelegt. In den mehr als 20 Jahren meiner Tätigkeit in der Stadtverwaltung Rodewisch habe ich Sach-, Fach- und Ortskenntnis erworben und bin somit sehr gut gerüstet, die Geschicke von Rodewisch, Rützengrün und Röthenbach zu lenken, die Verwaltung zu führen und unsere Stadt würdig zu repräsentieren.

Wo liegen Ihre Stärken und Ihre Schwächen?

Ich bin ein energiegeladener Mensch, dem keine Arbeit zu viel und kein Weg zu weit ist, ich helfe sehr gern und wo es Probleme gibt, gibt's auch Lösungen. Unumwunden gebe ich zu, dass es Menschen gibt, die mehr Geduld aufbringen als ich es tue, daran arbeite ich noch!